Wien. Das Zeichen für den Wandel könnte ein Sofa im modernen Büro sein. Es verknüpft Entspannung und Arbeit. Was früher ein hierarchisch strukturiertes Großraumbüro war, muss heute ein flexibler und individueller Arbeitsraum mit unterschiedlichen Funktionen sein. Bedürfnisse abseits vom Arbeitsleben sollen mitgedacht, Kreativität und Innovation gefördert werden. Das Zukunftsinstitut gibt in ihrem am Mittwoch präsentierten Trendguide einen Einblick, wie Arbeit und insbesondere Arbeitsräume künftig ausschauen könnten.

Digitalisierung und
flexible Biographien


"Wir stehen mitten in der größten Veränderung der Arbeitswelt unserer Generation", ist sich Franz Kühmayer vom Zukunftsinstitut sicher. Ein Kennzeichen davon sind die veränderten Wertvorstellungen der Arbeitnehmer. Nicht mehr die lebenslange Zugehörigkeit zu einem Unternehmen ist ausschlaggebend für eine Erwerbskarriere, sondern flexible und individuelle Beschäftigungsmöglichkeiten. Sich Ausprobieren, Selbstfinden und Verwirklichen stehen im Zentrum. Hinzu kommt die Digitalisierung, die Möglichkeit überall arbeiten zu können. Die Anwesenheitspflicht im Büro ist kein Muss mehr.

Veränderungen, die sich in den Bedürfnissen der Arbeitnehmer widerspiegeln: Eine Studie des Beratungsunternehmen HMP aus 2016 zeigt, dass 83 Prozent der Österreicher zeitliche Flexibilität wichtiger ist als das Gehalt, 78 Prozent wünschen sich räumlich flexibel zu arbeiten. Die internationale Studie "Leesman Index 2017" fand zudem heraus, dass 57 Prozent der Menschen außerhalb ihres Büros produktiver sind. Nur sechs Prozent gaben an, die besten Ideen im Büro zu haben.

Ende des Büros? Für Kühmayer sind diese Zahlen jedoch kein Hinweis dafür, dass Büros und fixe Arbeitsplätze ein Ablaufdatum haben. Vielmehr müsse es darum gehen, Arbeitsräume zu schaffen, die die Produktivität wiederherstellen. "Neue Arbeitswelten sind kein Orchideenthema, sondern ein knallhart betriebswirtschaftlich sinnvolles Thema", so Kühmayer weiter. Im Vordergrund stehen nicht mehr die Kosten, sondern der Nutzen. Raumökonomie und Flächeneffizienz würden zwar auch weiterhin wichtig sein, aber die Aspekte wie Produktivitätssteigerung und Arbeitgeber-Attraktivität dürften dabei nicht ignoriert werden.