Fragen zur Verhütung und Schwangerschaftskonflikte führen die Teenager zur Beratung.
Fragen zur Verhütung und Schwangerschaftskonflikte führen die Teenager zur Beratung.

Wien. "Wie ist denn das eigentlich beim ersten Mal?", "Bin ich eh normal?" oder "Muss ich da mitmachen?". Mit diesen Fragen werden die Pädagoginnen, Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen der "First Love" Beratungsstellen oft konfrontiert. Und das schon seit 25 Jahren. Im Jahr 1992 wurde die erste "First Love"-Beratungsstelle von der "Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung" (ÖGF) in der Krankenanstalt Rudolfstiftung gegründet. Ein guter Grund, um auf die letzten 25 Jahre sowie auf die aktuelle Situation zu blicken.

"Die erste Liebe ist eine vulnerable Zeit und prägend dafür, wie wir später Sexualität lernen werden", erklärt ÖGF-Präsidentin Barbara Maier. Die "First Love"-Einrichtungen würden seit 25 Jahren dazu beitragen, das Lernen über Sexualität und Liebe positiv zu gestalten, ist sich Maier sicher. Von der niederschwelligen und anonymen Beratung bis hin zur gynäkologischen Untersuchung begleitet die Beratungsstelle Jugendliche, die zwischen 13 und 19 Jahre alt sind, in ihren Anliegen rund um Liebe und Sexualität.

Sexualpädagogische Beratung ändert sich

Es gibt Anliegen, die sich in den vergangenen 25 Jahren geändert haben. Seit der elektronischen Erfassung der Kontakte im Jahr 1997 bis Ende September 2017 besuchten insgesamt 127.969 Jugendliche die Beratungsstelle in der Rudolfstiftung oder nahmen an einem Workshop teil. Waren es 1997 hauptsächlich Beratungen zur Verhütung, gefolgt von Unterhaltsproblemen und Schwangerenberatung, die die Jugendlichen zu "First Love" trieben. So sind es heute, neben der nach wie vor wichtigen Verhütungsfrage, vor allem medizinische Probleme und Schwangerschaftskonflikte. Das Thema Unterhalt und die Begleitung von bereits Schwangeren fällt mittlerweile nicht mehr ins Gewicht.

Einher gehe diese Veränderung mit einer sich wandelnden Zielgruppe - die seit Beginn an fast ausschließlich Mädchen beinhaltet - wie die Sozialarbeiterin und langjährige "First Love"-Mitarbeiterin Martina Morawitz erzählt. "Signifikant ist der Anstieg der Jugendlichen, die aus Wohngemeinschaften oder Krisenzentren kommen. Dadurch hat sich unsere Klientel drastisch geändert - von den Schülerinnen aus einem guten sozialen Netzwerk zu Mädchen, die bereits im jungen Alter schwere Schicksale erlebt haben." Das Ziel blieb jedoch dasselbe: "Ein großes Thema ist immer wieder den Mädchen ihre Ängste zu nehmen", sagt Morawitz.