Wien. Die Begeisterung hält sich anfangs in Grenzen. Ein Schulausflug am Mittwochvormittag ist zwar prinzipiell aufregend, doch, dass die 3C der NMS Leibnizgasse prompt in Arbeitsgruppen landet, ist für die meisten dann doch recht kompliziert. "Wer ist Alexa?", fragt ein Mädchen aus der Gruppe Künstliche Intelligenz. Zu viert sitzen sie an einem Tisch, mit der Lautsprecherröhre vor ihnen. "Lass’ Dir von Alexa Witze erzählen und schicke diese an die anderen Labs im Raum", lautet eine der noch leichteren Aufgaben, die auf einem Zettel stehen. Etwas ratlos ist auch die Gruppe im sogenannten Making Lab daneben. Drei Mädchen und ein Bub sitzen vor der Aufgabe, einen Batterierucksack in 3D zu drucken.

Digitalisierung bei
Schulen nicht angekommen


Die "Digi Play Days" finden heuer zum zweiten Mal im Erste Campus neben dem Hauptbahnhof statt. Veranstaltet werden sie von der Julius Raab Stiftung, die sich dem Thema digitales Lernen verschrieben hat. "Der digitale Wandel verändert alle Lebensbereiche", sagt Markus Gull, Präsident der Stiftung, "nur in Österreichs Schulen merkt man davon nicht viel". Dabei könne dank digitaler Technologien ganz anders gelernt und gelehrt werden.

Den Lernstoff mit
Videos aufbereiten


"Aufpassen", ruft die Lehrerin. Eine Drohne saust knapp über ihrem Kopf in Richtung Hallenende. Die meisten Jugendlichen sind inzwischen begeistert. "Die können auch einen Rückwärtssalto", sagt ein Bub. Zwei Drohnen, zwei weiße Mini-Roboter und ein kleiner Roboter Dash stehen bereit. Weiters können mehrere Virtual-Reality-Brillen und eine 360-Livestream-Kamera ausprobiert werden.

"Es ist das erste Mal heuer für diese Klasse, dass wir mit Digitalisierung in Berührung kommen", erzählt Lehrerin Dedaj Zoje. Sie hat auf Eigeninitiative den Workshop gebucht und gemeinsam mit einer Kollegin an ihrer Schule ein Tablet-Programm für ihre Klasse gestartet. "Wir haben uns bei einer Organisation beworben und haben dadurch Tablets gesponsert bekommen", sagt sie. Die Lehrerin bereitet mit den Kindern den Lernstoff mittels Videos auf, die sie dann auf YouTube stellen. Der Besuch der "Digi Play Days" ist keine Vorschrift, sondern freiwillig. "Es wäre schade, wenn man die Kinder in der vierten Klasse entlässt und sie haben keine Ahnung davon und wissen nichts darüber", sagt sie.

Roboter Dash saust zwischen den Füßen der Schüler umher. Das Mädchen, das ihn steuert, blickt gebannt auf ein Tablet in ihrer Hand. Dort sieht sie, was der Roboter sieht. "Wenn ich jetzt da drücke und Hallo sage, sagt er Hallo", erklärt sie, ohne aufzublicken. Ein anderer Schüler drückt auf einer Kamera herum. "Das geht nicht", sagt er und drückt weiter. Ein paar Mitschüler stehen stoisch rund um ihn. Suwenaz wendet sich ab. Die Zwölfjährige findet es "gut" hier, was sie aber in Zukunft machen will, das wisse sie noch nicht, "vielleicht Kindergärtnerin", sagt sie.