Wien. Das Wohnhausprojekt "Hawi" oder die Unterkunft für anerkannte Flüchtlinge "VinziRast-Home" sind Beispiele, in denen Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung gestellt wurde, der auch nachhaltig für eine soziale Inklusion in die Gesellschaft und für ein selbstbestimmtes Leben steht. Immer mehr Projekte versuchen die Schnittstelle Flucht und Architektur aufzugreifen. Doch nach wie vor ist es ein Thema, das nach Handlungsbedarf, veränderten Rahmenbedingungen und einem Neu-Denken verlangt. Zumindest, wenn es nach der NGO "Architektur ohne Grenzen" geht.

Architekten sollen Beitrag
zur Inklusion leisten


Seit drei Jahren beschäftigt sich "Architektur ohne Grenzen" in ihren Jahresveranstaltungen mit den Themen Migration, Flucht und Wohnen. Wurde in den ersten beiden Jahren auf die Frage fokussiert, wie die Erstaufnahme geflüchteter Menschen funktionieren kann, geht es heuer darum Wohnraum zu schaffen, der auch nachhaltig eine Integration Geflüchteter ermöglicht. "Die nachhaltige Inklusion nicht nur ‚Geflüchteter‘ vom Rand in die Mitte der Gesellschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder kann etwas dazu beitragen", erklärt Vorstandsmitglied des Vereins "Architektur ohne Grenzen", Ulrike Herrmann gegenüber der "Wiener Zeitung" und fordert Architekturschaffende auf, im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zur Inklusion zu leisten.

Einer, der das in Projekten bereits verwirklicht hat, ist Alexander Hagner. Der Architekt ist Stiftungsprofessor für "Soziales Bauen" an der FH Kärnten und Teil der länderübergreifenden Initiative "Home not Shelter". Auch er ist sich sicher, dass die Architektur positiv zum Integrationsprozess beitragen kann, wie er der "Wiener Zeitung" erzählt: "Die Architektur spielt eine große Rolle in der Integration, da räumliche Rahmenbedingungen ausschlaggebend für das direkte Leben von Menschen sind. Es gibt diesen Satz: ‚Wenn man sich nicht räumlich zurückziehen kann, dann zieht man sich selber zurück.‘" Das zu vermeiden versuchte er in seiner Arbeit: Im Rahmen von "Home not Shelter" realisierte Hagner gemeinsam mit Studierenden der Technischen Universität Wien unter anderem die Projekte "Hawi" sowie das "VinziRast-Home".

Studierende und
Flüchtlinge zusammen


Geht es bei "Hawi" darum, dass Studierende und Flüchtlinge miteinander unter einem Dach leben, wurde bei "VinziRast-Home" versucht, Rückzugsorte auf kleinstem Raum zu ermöglichen. Heute leben bei "VinziRast-Home" acht Flüchtlinge in vier Doppelzimmern mit Gemeinschaftsküche und Wohnraum. Das Wohnprojekt "Hawi" beherbergt insgesamt 150 Studierende und Flüchtlinge.