Wien. (apa/rös) In der Causa um die "energetische Reinigung" des Krankenhauses Nord (KH-Nord) hat der Krankenanstaltenverbund (KAV) die Untersuchung auf zwei Personen ausgeweitet, die die Rechnung für den Auftrag unterschrieben haben, gab KAV-Direktor Herwig Wetzlinger am Freitag bekannt.

Dabei handle es sich um einen Stellvertreter der Programmleiterin und eine weitere Person aus dem KH-Nord-Team. Die Betroffenen werden aber vorläufig nicht ihrer Funktionen behoben. "Hier handelt es sich seitens der MitarbeiterInnen um keinen Vertrauensbruch, es geht mir darum, alle möglichen Vorwürfe lückenlos und transparent untersuchen zu lassen", stellte Wetzlinger klar.

Unterdessen berichtete die "Kronen Zeitung", dass die verantwortliche Programmleiterin bereits 2012 wegen Korruptionsverdachts im Visier des Bundeskriminalamts gewesen sei. Laut Bericht ging es um Kostenüberschreitungen bei der Erneuerung der Ringstraßen-Beleuchtung.

Auftragnehmer spricht von Hetzkampagne


Wie am Donnerstag berichtet, wurde im Zuge des Baus des Krankenhauses um 95.000 Euro ein "Bewusstseinsforscher" engagiert, der am Grundstück unter anderem "Energieflüsse gereinigt" hat. Den Auftrag erteilte die - mittlerweile von ihrer Funktion entbundene - Programmleiterin des Krankenhauses.

Ob der Auftragnehmer schon öfter Aufträge für die Stadt übernommen hat, wollte der Energetiker nicht verraten. "Ich bin als Unternehmensberater beauftragt worden und in dieser Form unterliege ich der absoluten Verschwiegenheitspflicht - ich bitte also um Verständnis, dass ich dazu keine Auskünfte geben kann", so der Energetiker zur "Wiener Zeitung." Laut seinen Angaben handle es sich hier um eine ungerechtfertigte Hetzkampagne.

Die Wiener FPÖ forderte am Freitag die Offenlegung aller Direktvergaben für das KH-Nord. Der KAV winkte ab: Die Problematik des betreffenden Auftrags liege im Inhalt und nicht in der Auftragssumme, sagte eine Sprecherin.