Es wurden vier Personen für die Generaldirektion vorgesehen - verderben nicht zu viele Köche den Brei, vor allem vor dem Hintergrund Ihres Anspruchs nach klaren Strukturen?

Die Frage werden wir noch diskutieren. Jetzt geht es darum, den Rahmen zu schaffen, um das Unternehmen bilden zu können. Erst dann beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie viele Chefs brauche ich auf welchen Etagen.

Die vier Generaldirektoren sind also nicht in Stein gemeißelt?

So etwas darf gar nicht in Stein gemeißelt sein. Weil eine Organisation immer auf Veränderungsbedarf von innen und von außen reagieren können muss.

Und der zweite Themenblock?

Der zweite Themenblock ist der des Spitalplans. Also die Entwicklung, wo wir welche Gesundheitseinrichtungen haben wollen. Und hier war von Anfang an klar, dass die langfristige Planung bis 2030 laufend adaptiert werden muss. Das heißt, es findet eine Fortsetzung des Weges statt, aber mit klarer Betonung auf eine rollierende Planung. Das heißt: Planung laufend hinterfragen und evaluieren. So wie das in jedem Management üblich ist.

Der neue Name für den KAV soll "Wiener Kliniken" lauten - was passiert dann mit den Geriatrieeinrichtungen? Soll hier wieder der alte Weg der sogenannten Teileinrichtungen gegangen werden?

Ich sag’s, wie es ist: Da muss ich mich noch genauer hineinarbeiten. Ich werde das Gesetz diese Woche noch durchgehen und habe diesbezüglich schon einige Termine vereinbart. Fix ist: Wenn ich das Gesetz einmal unterschrieben habe, dann wird es meine Handschrift tragen und sehr präzise und klar sein.

Klarheit ist Ihnen also wichtig.

Klarheit ist wichtiger als Geschwindigkeit. Denn es handelt sich in Wirklichkeit um das wichtigste Gesetzesvorhaben meines Ressorts. Es geht um eine Organisation, die die zentrale Säule des Gesundheitswesens dieser Stadt ist. 30.000 Menschen arbeiten hier jeden Tag. Hunderttausende Menschen aus ganz Österreich kommen in die Wiener Spitäler. Nichts ist also wichtiger als das Fundament, auf dem die Spitäler funktionieren können. Der KAV ist momentan das Wichtigste, das auf meinem Schreibtisch liegt.

Was ist mit der Pflege? Kann sich die Stadt nach der Streichung des Pflegeregresses die kommenden Anforderungen leisten?

Hier haben wir ja auch eine gute Planung bis 2030 gemacht. Und froh bin ich, dass die Landeshauptleute eine klare Vereinbarung mit dem Bund getroffen haben zu der Frage des Pflegeregresses. Da hat die Bundesregierung die Bevölkerung viel zu lange im Dunkeln gelassen.

Schließt dieser Pflegeplan auch das Thema Qualifikation ein? Sind Helfer aus der Slowakei für den niederschwelligen Bereich genug? Steuern wir in Wien nicht auf einen Pflegenotstand zu?

Das haben wir klar gesagt: Wenn die Bundesregierung mit ihren unüberlegten Schritten im Bereich der Familienbeihilfe bewirkt, dass von den 60.000 Kräften, die derzeit aus dem Ausland kommen und für die 24-Stunden-Pflege tätig sind, auch nur 10 Prozent den Job hinschmeißen, dann kriegen wir in ganz Österreich ein fulminantes Problem. Und der Auslöser des Problems hat dann auch eine Adresse. Deswegen gehe ich davon aus, dass da sehr wohl noch darüber nachgedacht wird. Zumindest die Sozialministerin ist sich hier ihrer Verantwortung bewusst.