In Sachen Frauenpolitik geht es Kathrin Gaal unter anderem um Sicherheit und soziale Sicherheit. - © Jenis
In Sachen Frauenpolitik geht es Kathrin Gaal unter anderem um Sicherheit und soziale Sicherheit. - © Jenis

Wien. Kathrin Gaal ist seit 12 Tagen Wohnbaustadträtin und dem nunmehrigen Bürgermeister Michael Ludwig in dieser Funktion gefolgt. Und sie hat auch noch die Frauenagenden übernommen, die davor im Gesundheits- und Sozialbereich angesiedelt waren. Mit der "Wiener Zeitung" spricht Gaal über ihre künftigen Pläne für die Stadt.

"Wiener Zeitung": Frau Gaal, als Bezirkspolitikerin haben Sie sich bei Frauenthemen einen Namen gemacht, was aber qualifiziert Sie als Wohnbaustadträtin?

Kathrin Gaal: Ich bin seit 2005 im Gemeinderat und habe dort sofort damit begonnen, im Planungsausschuss tätig zu sein. Ich bringe also 13 Jahre Erfahrung in dieses Wohnbauressort mit. Und ich bin Favoritner Mandatarin. Favoriten ist ein wachsender Bezirk, in dem auch viel gebaut wird - und somit habe ich auch das eine oder andere Projekt mitgestaltet und mitbetreut.

Worin wird sich ihre Arbeit als Wohnbaustadträtin in der von Michael Ludwig unterscheiden - welche Akzente wollen Sie setzen?

Es gibt sehr viele gute Initiativen, die bereits am Laufen sind und die möchte ich ganz sicher fortsetzen. Ich habe natürlich auch meine eigene Handschrift und arbeite bereits an vielen Ideen, - die ich Ihnen künftig gerne präsentieren werde.

Dann muss ich Fragen zu den Dauerbrennern stellen: Der starke Zuzug nach Wien reißt nicht ab, es gibt keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt: Wie wollen Sie der Lage Herr oder Frau werden?

Viele Menschen wollen in unserer schönen Stadt wohnen, dementsprechend müssen wir auch genügend Wohnraum bieten. Das ist die größte Herausforderung der nächsten Jahre. 62 Prozent der Wienerinnen und Wiener wohnen im geförderten Wohnbau. Wir sprechen hier von 220.000 Gemeindewohnungen und 200.000 geförderten Wohnungen. Und das ist für mich auch die größte Mittelstandsförderung in dieser Stadt. Leistbare Wohnungen tragen wesentlich zur Lebensqualität der Menschen bei. Sie stärken die Kaufkraft und damit die Wirtschaft.

Soll also das Projekt "Gemeindewohnungen neu" vom ehemaligen Bürgermeister Michael Häupl fortgesetzt werden? Michael Ludwig war ja damals von dieser Initiative nicht so begeistert - was sich dann auch in der Umsetzung niedergeschlagen haben dürfte: Von den 4000 Wohnungen, die man bis 2020 bauen wollte, gibt es noch nicht einmal 200.

Ich finde es für die Stadt sehr wichtig, dass wir wieder Gemeindewohnungen bauen. Das hat schon einen starken Symbolcharakter. Die Projekte befinden sich in unterschiedlichen Planungsstadien. Am weitesten fortgeschritten sind die 120 Gemeindewohnungen in der Fontanastraße in Favoriten. Ein weiteres Projekt ist am Handelskai, das geht gerade in den Grundstücksbeirat. Wir werden insgesamt 4000 Gemeindewohnungen bis 2020 auf Schiene bringen.