Wien. Im Fall der angeblichen Erdogan-Briefe an Wiener Schulen gab es am Mittwoch eine spektakuläre Wendung. Mehrere Indizien sprechen gegen die Authentizität der Schreiben. So stimme etwa das Logo nicht, hieß es aus dem Bildungsministerium nach einer ersten Analyse der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gegenüber der APA. In der Türkei adressiere man außerdem mittig und nicht wie in den nun aufgetauchten Schreiben linksbündig.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) äußerte die Ansicht, dass die Briefe Fälschungen sein könnten. Er sei "kritisch und skeptisch", daher werden die Schreiben überprüft, erklärte der Minister vor dem Ministerrat gegenüber Journalisten.

"Es tauchen Zweifel auf, ob das nicht Fake-Letter sind", so Faßmann dazu. Nun sei zu prüfen, ob es sich um reale Schreiben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan handelt. Er habe "das Gefühl", dass dies eben nicht der Fall ist.

Angebliche Briefe der AKP, die an Schüler in zwei Wiener Schulen adressiert waren, haben am Dienstag für Aufregung gesorgt - die "Wiener Zeitung" berichtete. Darin wirbt Erdogan für seinen aktuellen Wahlkampf in der Türkei. Am 24. Juni finden in der Türkei Parlaments- und Präsidentenwahlen statt.