Hebein setzt auf Hausbesuche

Sie sei Teil der Grünen geworden, weil sie einzelne Menschen bei den Wiener Grünen kennengelernt habe, die begeistert für eine Idee gekämpft hätten. "Diese Begeisterung würde ich gerne in einer nicht so einfachen Situation der Grünen wieder auslösen", nennt sie als Grund für ihre Kandidatur. Den Entschluss anzutreten, habe sie nicht leichtfertig gefasst. "Ich habe wohlüberlegt. Es ist keine Entscheidung, ob ich meinen Jungs heute Palatschinken mache", sagt Hebein.

Aussagen ihrer Konkurrenten will sie nicht kommentieren. "Ich schätze David Ellensohn genauso wie Peter Kraus", sagt sie. "Wir brauchen beide in unserer grünen Partei." Sie kandidiere nicht gegen die beiden Kollegen, sondern "für die Grünen", erklärt Hebein. Auftreten werde sie dabei mit einem Team. Die Namen werde sie in den nächsten Tagen verkünden.

Interne Unterstützung aus dem Umfeld der Gras

Interne Unterstützung bekommt Hebein aus dem Umfeld der Grünen & Alternativen Student_innen (Gras). Wie stark Gras in der Partei verankert ist, zeigte sich vor mehr als einem Jahr. Damals kam es zum Konflikt mit den Jungen Grünen, die sich von Gras abspalteten. Der Grund: Gras sei zu undemokratisch. Die jungen Grünen unterstützten nun eine Gruppe grüner Studenten, die bei der Wahl zur Hochschülerschaft in Linz und Graz kandidieren wollten. Ein No-Go für Gras. Die Bundespartei schloss daraufhin die Jungen Grünen von der Partei aus.

Ob die Mobilisierungskraft ausreicht, damit sich Hebein gegen Ellensohn und Kraus durchsetzt, ist jedoch nicht sicher. Da jede Person stimmberechtigt ist, die nicht einer anderen Partei angehört, werden viele Nicht-Grüne aus dem Umfeld von Grüne Andersrum für Kraus stimmen. Ellensohn hat hingegen keine geschlossene Gruppe hinter sich.

Nach dem Ende der Bewerbungsfrist am Dienstag müssen die Kandidaten nun Unterstützungserklärungen sammeln und sich in weiterer Folge öffentlichen Hearings stellen. Gewählt wird dann nicht wie bisher auf einer Landesversammlung, sondern brieflich im November. Bis zum 26. November muss die Stimme eingelangt sein. Dabei können nicht nur Mitglieder der Öko-Partei, sondern auch registrierte Wähler mitstimmen. Einzig eine Einmalgebühr von 15 Euro sind zu zahlen.

Welche Kunststücke Birgit Hebeins Sohn seiner Mutter für das nächste Karriereziel empfiehlt, ist nicht bekannt. Damit ihre angekündigte grüne Spitzenkandidatur für die Wien Wahl 2020 erfolgreich ist, wird sie jedoch tiefer in die Trickkiste greifen müssen.