Aber trotz oder vielleicht gerade wegen der Enge hätten sich die Inselbewohner immer wie in einer großen Familie gefühlt. "Wenn jemand krank war, halfen wir uns gegenseitig und kümmerten uns zum Beispiel um die Kinder", sagt Kobata. Es habe nur wenig Krach gegeben. Die einzige Gefängniszelle sei nur zur Ausnüchterung benutzt worden. Niemand habe sein Zimmer jemals abgeschlossen.

Wenn er die Insel heute besuche, stimme ihn der Zerfall seiner "zweiten Heimat" traurig, sagt Kobata. Gunkanjima lasse ihn die Zukunft der Erde erspüren. "Als die Kohle ausging, konnten die Menschen nicht mehr auf der Insel wohnen. Das ist das Gleiche bei den Rohstoffen der Erde. Irgendwann gehen sie aus. Dann muss man fürchten, dass die Erde einmal wird wie Gunkanjima jetzt. Aber wohin können die Menschen dann gehen?", fragt Kobata rhetorisch. "Ich möchte, dass das, was auf dieser Insel passiert ist, allen eine Lektion ist."