Philosoph ist kein Narr

Schließlich trat ein, was Schopenhauer erhofft hatte: Muhl wurde wieder zahlungsfähig und musste den Forderungen des Philosophen entsprechen, der darauf einen Satz zu Papier brachte, der, weil er vielseitig anwendbar ist, eine gewisse Bekanntheit erlangte: "Sie sehen, dass man wohl ein Philosoph sein kann, ohne deshalb ein Narr zu sein."

Solange sich Spekulanten, Finanzzocker und Bereicherungsbanker austoben dürfen, hängt die Welt am Geld. Schopenhauer hatte damit kein Problem:

"Dass die Wünsche der Menschen hauptsächlich aufs Geld gerichtet sind und sie dieses über alles lieben, wird ihnen oft zum Vorwurf gemacht. Jedoch ist es natürlich, wohl gar unvermeidlich, das zu lieben, was als ein unermüdlicher Proteus jeden Augenblick bereit ist, sich in den jedesmaligen Gegenstand unserer wandelbaren Wünsche und mannigfaltigen Bedürfnisse zu verwandeln. Jedes andere Gut nämlich kann nur einem Wunsch, einem Bedürfnis genügen: Speisen sind bloß gut für den Hungrigen, Wein für den Gesunden, Arznei für den Kranken, ein Pelz für den Winter, Weiber für die Jugend usw. Sie sind folglich alle nur relativ gut. Geld allein ist das absolut Gute: weil es nicht bloß einem Bedürfnis in concreto begegnet, sondern dem Bedürfnis überhaupt, in abstracto."