Maler, Architekt, Designer: Alfons Walde (1891-1958).
Maler, Architekt, Designer: Alfons Walde (1891-1958).

Franz Walde war Fachlehrer für Zeichnen und Schulleiter in Kitzbühel; er restaurierte Gemälde, schrieb Heimatgedichte, komponierte und wurde für seine Verdienste um das Kulturwesen Ehrenbürger der Stadt. Das malerische Talent seines Sohnes, der mit Auszeichnung die Realschule Innsbruck abschloss, förderte er zwar, gleichzeitig war er dagegen, dass Alfons "die Akademie besucht, weil er sagte, mit diesem Talent wäre es doch schade, ein unbedeutender Maler zu werden, er solle viel lieber Architektur studieren". Ein anderer Einfluss auf Alfons Waldes Berufswahl dürfte seine Heimatbezogenheit und Kitzbühel-Liebe gewesen sein, fragte er doch seine Mutter oft: "Was muss ich werden, um immer hier bleiben zu können?"

Fürs Studium ging er dann doch weg: Mit 19 Jahren zog Walde 1910 nach Wien, um an der Technischen Hochschule Architektur zu studieren. Dort belegte er unter anderem die Fächer "Architektonische Formenlehre" und "Architektonisches Zeichnen". Insgesamt stand aber sein Interesse an der Malerei im Vordergrund, und er schloss Freundschaft mit Gustav Klimt und Egon Schiele. Was die Architektur betrifft, so zeigen die Recherchen seiner Urenkelin, dass er sich mit dem Jugendstil Otto Wagners und Josef Maria Olbrichs genauso beschäftigte wie mit den sachlich-modernen Bauten von Adolf Loos und Josef Hoffmann. 1914 rückt er zu den Kaiserschützen ein.

Finanzielle Nöte

Walde leistet seinen Kriegsdienst vor allem an der Dolomitenfront; mehrfach ausgezeichnet, kehrt er aus dem Krieg zurück, studiert noch ein Semester an der Technischen Universität Hochbau, Baukunst, Architekturgeschichte, Maschinenkunde, Ornamentzeichnen und geht 1918 ohne abgeschlossenes Studium heim nach Kitzbühel. Zeit seines Lebens wird er fortan, getreu seinem Vorhaben aus Kinder- und Jugendzeit, in der Bergstadt bleiben.

Seine architektonische Arbeit in Kitzbühel beginnt 1920 mit dem Umbau der Konditorei Reisch am Hauptplatz, wobei er auf ein besonderes Merkmal der traditionellen mittelalterlichen Bauweise in der Stadt zurückgreift und einen Eckerker verwendet. Danach wird es einige Jahre ruhig um den Architekten Walde, der Maler tritt in den Vordergrund. Die Inspiration für seine Bilder holt er sich im täglichen Kitzbüheler Leben und im Kontakt mit dem einsetzenden Touristenstrom: "Ich habe einen Monat in Berliner Gesellschaft eine Menge Skitouren hier gemacht und war sehr froh um diese Zerstreuung. Es waren originelle Weiber dabei, dafür heißts jetzt arbeiten und verdienen. Heraus ist das Geld rascher wie herein."

Seine eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten prägten diese Zeit. In einem Brief vom Sommer 1925 an seinen Freund, den Bildhauer und Lyriker Gustinus Ambrosi, schrieb Walde: "Gegenwärtig ist meine Arbeit nur auf Verdienst eingestellt und zwar nur kleines und mittleres Format. Ich muß Bilder malen, die ich garantiert verkaufe und das ist heute nicht so einfach. Für die zukünftigen Arbeiten brauche ich Geld und das knappe Leben und Sparen ist mir auch absolut nicht soviel wert wie das beste Kunstwerk. Dieser Idealismus war einmal. Schließlich habe ich auch ein Weib, das Kleider und Nahrung braucht und mir würde es gesundheitlich sehr schaden."