Waldes Berghaus mit der Adresse Hahnenkamm 19. - © Machreich
Waldes Berghaus mit der Adresse Hahnenkamm 19. - © Machreich

Am Ende gab es zwei Sieger: Holzmeister entschied sich für eine turmartige Architektur, Walde tendierte zunächst ebenfalls in eine vertikale Ausrichtung, konzipierte sein Haus aber schließlich horizontal, duckte es in seine Almumgebung und verlieh damit "seinem eigenen Haus die Gebärdensprache der Häuser seiner Bilder" (Achleitner).

Walde entwirft auch die Inneneinrichtung selbst: Stühle, Tische, Lampen, Türschnallen lässt er nach seinen Vorstellungen anfertigen. Seine Detailverliebtheit trägt laut seiner Urenkelin bis heute "zur gemütlichen Stimmung des Hauses bei". Aus der Künstlerkolonie am Hahnenkamm wird allerdings nichts. Auch zwischen Holzmeister und Walde kommt es zu Differenzen. Die Fachwelt bescheinigt jedoch den Häusern von Holzmeister, Walde und einem dritten, ebenfalls von Walde geplanten Haus (Lopez), "Pionierhaftigkeit" sowie "legendäre und paradigmatische Beispiele eines Bauens im hochalpinen Raum zu sein".

Gams und "Rote Teufel"

- © Machreich
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Ob ihm die Idee zum Gams-Logo als Markensymbol für den Kitzbüheler Ski Club, das Hahnenkamm-Rennen und den Wintersportort Kitzbühel in seinem Berghaus eingefallen ist, weiß man nicht. Möglich wär’s, nutzte Walde doch seine alpine Unterkunft als Atelier und Rückzugsort sowie Freiheitsraum von zu engen Vorstellungen im Tal. Mit der Kitzbüheler Gams schuf Walde jedenfalls eine grafische Stilikone. Gleiches gilt für seine Marketing-Idee, die Kitzbüheler Skilehrer mit roten Pullovern und Mützen auszustatten - und die "Roten Teufel" damit zu unverwechselbaren Aushängeschildern des Hahnenkamms zu machen.

"Der Maler lässt für sein Bild einen Rahmen arbeiten, der Architekt muss sein Werk in einen schon fertigen Rahmen hineinstellen", definierte Waldes Tiroler Architektenkollege Lois Welzenbacher den Unterschied zwischen den zwei Künsten. Alfons Walde ist beides meisterhaft gelungen. Mit beidem drückte er Kitzbühel seinen Stempel auf und frisierte den Hahnenkamm zu dem Mythos, als der er sich auch an diesem Rennwochenende wieder präsentiert.