Ein Ausweg ist hier das Belohnen von positivem Verhalten mit entsprechender Zuwendung. So wird richtiges Verhalten verstärkt und die Kinder müssen nicht mehr lügen oder anderes Fehlverhalten zeigen, um zu bekommen, was sie wirklich brauchen: die Aufmerksamkeit ihrer Eltern.

Klingt bestechend einfach, ist es aber nicht, weiß die Therapeutin aus langjähriger Erfahrung. "Ignoranz, ausgeschlossen zu werden und ganz besonders Liebesentzug sind die schlimmsten Strafen für alle Menschen, insbesondere für Kinder. Und Bestrafung ist auch immer ein Zeichen von Hilflosigkeit der Erwachsenen."

Wie reagiert man nun aber richtig? "Grundsätzlich ist es schwierig für ein Kind, immer genau zu wissen, was richtig ist. Das ist schließlich ein Lernprozess, der begleitet werden muss. Was wäre das richtige Verhalten gewesen, das muss geklärt werden. Die Aufmerksamkeit muss auf das richtige Verhalten gelenkt werden, nicht auf das falsche."

Zu glauben, dass es nur die eine wahre Realität gibt, sei aber ohnehin falsch, gibt sie abschließend noch zu bedenken. Die eigene subjektive Wahrnehmung inklusive Gefühle müssten auch Erwachsene laufend mit der äußeren Realität abgleichen. Sie sind sich dessen aber meist nicht bewusst. Gerade dieses Bewusstsein würde aber zu mehr Verständnis für den noch unsicheren Umgang der Kinder mit diesen Diskrepanzen des Lebens führen.

"Und bitte niemals vergessen: Die wichtigsten Vorbilder für die Kinder sind immer die Eltern, später auch die Lehrer, Mitschüler und Freunde. Letztlich reagieren Kinder auf das, was ihnen vorgelebt wird."