Sowohl der kirchlich fixierte Frühlingsbeginn als auch der zyklische Kirchenvollmond weichen von der Himmelsmechanik ab. In acht von rund hundert Jahren würden Astronomen letztlich an anderen Sonntagen feiern. Man spricht dann natürlich nicht von "falschen Ostern" - die Kirche irrt ja nicht -, sondern von einer Osterparadoxie.

So auch heuer: Der astronomische Frühling begann am 20., der reale Frühlingsvollmond folgte am 21. März 2019. Hingegen stellte sich der zyklische Kirchenvollmond schon am 20. ein - also einen Tag vor dem mit 21. März festgelegten, kirchlichen Frühlingsbeginn: Er qualifizierte sich daher nicht als Frühlingsvollmond. Wir müssen somit auf den nächsten vollen Mond warten und feiern Ostern erst am 21. April. Wie auch immer - irgendwann in den Osterferien lacht immer der Vollmond auf uns herab, und zwar aus dem ausgedehnten Sternbild Jungfrau.