Im Sommer 2019 läuft im mexikanischen Puebla der allerletzte "Beetle" vom Band. Damit endet die Geschichte eines einzigartigen Erfolgs: Mit mehr als 21 Millionen verkauften Fahrzeugen war der "VW Käfer" lange Zeit das begehrteste Auto der Welt. Als betrügerisches Projekt von Adolf Hitler an den Start gegangen, wurde das Fahrzeug nach dem Zweiten Weltkrieg zum Symbol automobiler Freiheit.

1998 wird auf der "Detroit Motor Show" der "New Beetle" präsentiert. Mit seinem Design soll er ganz bewusst den legendären "tollen Käfer" in Erinnerung rufen und zugleich ein modernes neues Auto verkörpern. Doch an die großen Erfolge des Vorläufers können weder dieses Fahrzeug noch das darauf folgende Modell "VW Beetle" anknüpfen.

Schließlich gibt Volkswagen in einer Presse-Erklärung bekannt, dass die Produktion dieses Modells im Juli 2019 eingestellt wird. Damit ist der Käfer in ein paar Wochen endgültig Geschichte. In seiner ursprünglichen Form ist der letzte seiner Art ja bereits 2003 vom Band gelaufen - in Puebla in Mexiko. Das Qualitätsversprechen "Made in Germany" hatte VW schon im Jahr 1978 in Emden beendet.

Von allem Anfang an ist der Käfer mehr als ein Auto. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzen sich damit die Massen in Bewegung, und er wird zum demokratischen Symbol des Wirtschaftswunders. Für viele Menschen ist er nicht nur ein nützliches Fahrzeug, sondern ein echtes Familienmitglied, mit dem man eine liebevolle Beziehung führt.

Kultobjekt der Hippies

Das Auto ist kostengünstig und sorgt für scheinbare Freiheit und Unabhängigkeit. In den 1960er Jahren ist der Käfer (neben dem VW Bus) ein Kultobjekt der Hippies. Der rundliche, fröhlich wirkende Kleinwagen verkörpert die Philosophie "Small is Beautiful" und wird als Protest gegen die gigantischen US-Straßenkreuzer verstanden, mit denen die ältere Generation an der Vergangenheit hängt.

Mit einer starken Werbestrategie machen die VW-Manager das Auto zu einem modernen Lifestyle-Produkt ("Er läuft und läuft und läuft . . .", und: "Wer nicht angibt, hat mehr vom Leben!"). So kommt es, dass nicht nur Familien damit unterwegs sind, sondern auch Hochschulprofessoren und ihr Studentenvolk. Für traurige Popularität in den Medien sorgt der US-Serienmörder Ted Bundy, der in seinem beigefarbenen Käfer den Beifahrersitz ausbaut, um seine weiblichen Opfer besser transportieren zu können. Nach seiner Festnahme gelingt ihm eine spektakuläre Flucht und er setzt seine Mordserie fort - nunmehr mit einem orangefarbenen Käfer. Selbst der Papst (Johannes Paul II.) hat einen Käfer - und Bruno Kreisky ebenfalls.