Es ist die Konstruktion einer Wirklichkeit, in der es wieder ein Innen und Außen gibt - was freilich eine Chimäre ist, weil die Aufhebung von Innen und Außen längst vollzogen ist. Ein Plastikpartikel macht ja genauso wenig wie ein Aerosol vor der US-Grenze halt. Ein Hyperobjekt, wie es im Übrigen auch der Trumpismus ist, wird man nicht so einfach los.

Die Frage ist, wie man einem komplexen Phänomen wie dem Klimawandel beikommen will, wenn man sich noch nicht einmal auf gemeinsame Fakten verständigen kann. Wie lässt sich ein Hyperobjekt in einer hyperrealen Welt fassen, in der es nach Baudrillard gar keine Originale und Kopien mehr gibt, sondern bloß noch Simulakren? Wirkt der Klimawandel wie ein Treibhausgas auf das diskursive Klima? Ist es vielleicht mehr die Sorge vor dem Wandel als vor dem Klima, die den Menschen Angst macht? Wenn Christian Lindner die Bearbeitung des Klimawandels zur expertokratischen Kompetenz erklärt - ist das die Selbstaufgabe des politischen Systems? Oder der Versuch, über die Entprofessionalisierung des Publikums legitime Kritik am kapitalistischen Konsumsystem als "unwissenschaftlich" abzutun?

Es scheint, als bräuchte man ein rationaleres Sprechen darüber, was in unserer "Umwelt" passiert: Dass es kein Innen im Außen gibt und die lauen Sommernächte, die so mancher gedankenlos herbeisehnt, womöglich nur die Ruhe vor dem Sturm sind. Dafür benötigt es kein Expertentum, sondern lediglich gesunden Menschenverstand.