Es gibt immer was zu tun: Edwin "Buzz" Aldrin stellt wissenschaftliche Instrumente – Reflektor und Seismometer – auf dem Mond auf. - © NASA
Es gibt immer was zu tun: Edwin "Buzz" Aldrin stellt wissenschaftliche Instrumente – Reflektor und Seismometer – auf dem Mond auf. - © NASA

James McDivitt und Russel Schweickart krochen durch den Verbindungstunnel in die Fähre, überprüften deren Systeme. Am fünften Flugtag entfernten sie sich damit rund 180 km vom Mutterschiff, in dem nur der ehemalige Kampfpilot David Scott verblieb. Später führte man die beiden Raumschiffe wieder zusammen, was nicht ganz reibungslos verlief.

Im Mai 1969 folgte die Generalprobe: Im Rahmen der Apollo-10- Mission wurden alle wichtigen Manöver wiederholt - diesmal aber nicht in der Erdumlaufbahn, sondern 400.000 km davon entfernt im Mondorbit. Eugene Cernan und Thomas Stafford koppelten die Landefähre ab und schossen in einer Höhe von knapp 16 km über die Mondlandschaft dahin. Eine Landung war nicht geplant.

Gefährliche Wendung

Als die Astronauten die Abstiegsstufe der Mondfähre im Flug wegsprengten und das Triebwerk der darüber liegenden Aufstiegsstufe zündeten, begann diese schnell zu rotieren: eine gefährliche Wendung. Stafford und Cernan kämpften darum, die Kontrolle über ihr Schiff wieder zu erlangen. Dank der Live-Übertragung machten sie die amerikanische Öffentlichkeit dabei mit Flüchen und Kraftausdrücken vertraut. Zum Glück schafften sie es, das Gefährt rasch zu stabilisieren. John Young dockte mit dem Mutterschiff an die Fähre an. Nun waren die USA endgültig bereit für den Showdown.

Zunächst hatte die UdSSR die Entwicklung von schubstarken militärischen Raketen forciert, um den US-Langstreckenbombern Paroli zu bieten. Mit einer solchen, adaptierten Atomrakete brachte Moskau 1957 auch den ersten Erdsatelliten ins All: Der Sputnik überflog US-Territorium und führte den Amerikanern vor Augen, wie angreifbar sie geworden waren. Manche sprachen sogar von einem "zweiten Pearl Harbor".

Die technologisch rückständige UdSSR legte in Folge eine Weltraumpremiere nach der anderen vor. Dazu zählte der erste Flug eines Menschen - Juri Gagarin - ins All. Weitere Schläge fürs amerikanische Selbstbewusstsein sollten folgen. "Jeder russische Durchbruch war wie ein Schock", so der legendäre NASA-Flugdirektor Eugene Kranz: " . . . was immer wir auch taten, die Russen waren einen Schritt voraus".

"Nicht leicht, schwer!"

Präsident John F. Kennedy wollte wissen, wie man die UdSSR überholen könnte. Die NASA schlug einen bemannten Flug zum Mond vor. Dieses Ziel lag weit genug in der Zukunft, um den russischen Vorsprung im All zu egalisieren. Und es war anspruchsvoll genug, um den technisch fortgeschrittenen USA Vorteile zu verschaffen. Man habe den Mondflug gewählt, erklärte Kennedy sinngemäß, nicht weil er leicht, sondern weil er schwer ist!

Am 25. Mai 1961 hatte Kennedy dem Kongress empfohlen: Die USA sollten sich verpflichten, noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen. Das NASA-Budget wurde drastisch erhöht. Moskau war zunächst überrascht und nahm die Herausforderung erst nach längerem Zögern an.