"Koffein ist in Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guarana, Energy Drinks und Schokolade enthalten", schreibt Nieber auf dem Online-Portal pharmazeutische-zeitung.de: "Daher wurde diskutiert, ob es ein Suchtmittel ist oder nicht. Eine US-Expertengruppe zeigte, dass das Abhängigkeitspotential so gering ist, dass es bei der Einnahme der in Lebensmitteln üblichen Dosen keine Rolle spielt. Die Ergebnisse sprechen klar gegen die Annahme, Koffein würde zur Abhängigkeit führen."

Von der Kirsche bis zum Röstkaffee - die verschiedenen Verarbeitungsstadien, die zum Muntermacher führen. - © Dt. Kaffeeverband
Von der Kirsche bis zum Röstkaffee - die verschiedenen Verarbeitungsstadien, die zum Muntermacher führen. - © Dt. Kaffeeverband

Vom Schweizer Arzt Paracelsus stammt bekanntlich der Spruch: "Dosis sola venenum facit!" Zu Deutsch: "Die Menge macht das Gift." Und das gilt eben auch für Kaffee. Anders gesagt: Zu wenig und zu viel ist aller Narren Ziel.

Der Trend zum Kaffee als Lifestyle- und Gourmetprodukt ist ungebrochen. Seit Jahrzehnten ist Kaffee eine sinnliche Leidenschaft der Österreicher. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt mit 7,4 Kilo deutlich über dem europäischen Durchschnittskonsum von 2,8 Kilo. Jeder Österreicher trinkt 145 Liter Kaffee im Jahr.

Fairtrade-Kaffee

Seit kurzem gilt der österreichische Kaffeetrinker als qualitätsbewusst und möchte über Herkunft, Anbau, Ernte und Verarbeitung informiert werden. Zahlreiche Siegel und Zertifizierungen (Fairtrade oder Rainforest Alliance) geben den Konsumenten Auskunft über Anbau, Produktion und Handel. So wuchs beispielsweise die Verkaufsmenge an Fairtrade-Kaffee weltweit von rund 77.429 Tonnen im Jahr 2012 auf 214.106 Tonnen (Stand 2017) - ein Zuwachs von 177 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

"Wir beobachten in der Branche eine große Dynamik und spannende Entwicklungen - sowohl was den Kaffeegenuss in den eigenen vier Wänden betrifft als auch in der Außer-Haus-Gas-tronomie. Das Bewusstsein für das Genussprodukt ‚Kaffee‘ steigt kontinuierlich. Jeder Konsument und jeder Gast definiert die perfekte Tasse Kaffee ein bisschen anders", erklärt Harald J. Mayer, der Präsident des Österreichischen Kaffeeverbandes.

Was sich ebenfalls beobachten lässt: Der Anteil der Kapselmaschinen und Vollautomaten wächst kontinuierlich. In rund 42 Prozent aller österreichischen Haushalte kommt der Kaffee aus der Kapselmaschine, ein Drittel setzt auf Vollautomaten. Die Kapseln und Pads haben zum Teil abenteuerliche Preise: Bis zu 86 Euro pro Kilo kostet das in kleinste Dosen verpackte Kaffeepulver, wie ein Arbeiterkammer-Preistest ergab. Dabei wurden insgesamt 115 verschiedene Produkte von zehn Anbietern unter die Lupe genommen. Die Bandbreite für ein Kilo Kaffee liegt zwischen 11,88 und 86 Euro. "Es zahlt sich aus, bei Kapseln, Discs oder Pads die Preise zu vergleichen", sagt AK-Preisdetektivin Daniela Premitzer.

Im Gegenzug gibt es bei uns immer weniger Filterkaffeemaschinen - besaßen 2003 noch 81 Prozent so ein Gerät, so sind es im Vorjahr nur noch 31 Prozent gewesen. Erfunden hat das System die Dresdnerin Melitta Bentz. Sie experimentierte im Jahr 1908 mit dem Löschpapier aus den Schulheften ihrer Söhne, um den lästigen Kaffeesatz im Kaffee zu vermeiden.