Im Hafen Sunda Kelapa. - © Spreitzhofer
Im Hafen Sunda Kelapa. - © Spreitzhofer

Bis dahin wird Jakarta wahrscheinlich seinen Hauptstadt-Status verlieren, weil bis 2024 eine neue Hauptstadt in der indonesischen Provinz Kalimantan auf der Insel Borneo erbaut werden soll: Im Zentrum des Archipelstaates, wo es tektonisch sicherer, unbesiedelter, frei von latenten Überschwemmungen ist. Präsident Joko Widodo, unter seinen Anhängern besser bekannt als Jokowi, versucht die Vision eines gerechten und fortschrittlichen Indonesiens heraufzubeschwören: "Eine Hauptstadt ist nicht nur ein Symbol nationaler Identität, sondern sie repräsentiert auch den Fortschritt einer Nation. Dieser Schritt verwirklicht wirtschaftliche Gleichheit und Gerechtigkeit." Und so soll eine neue, smarte, grüne Hauptstadt am Reißbrett entstehen, Baubeginn 2021. Über eine Million Menschen sollen aus Metro-Jakarta in die neue Hauptstadt ziehen, von der weder Name noch genaue Lage offiziell feststehen.

Mit oder ohne Regierungssitz: Für Bondok und seinen Onkel sollte sich vorerst wenig ändern. Denn Jakarta wird das Geschäfts- und Finanzzentrum bleiben, attraktiv für Migration aus dem ruralen Umland. Zugleich mit einer wachsenden Upper Class ohne großen Appetit auf Umzug in die insulare Peripherie Indonesiens, solange es sich in autarken Satellitensiedlungen im Speckgürtel der Metropole gut leben lässt.

Deshalb werden weiterhin täglich Hunderttausende in die Metropole strömen, stauen und hoffen, dass die Hi-Tech-Tunnel des neuen U-Bahnsystems wasserdichter sind als die neuen Deiche hinter Sunda Kelapa. Denn der nächste Regen kommt bestimmt. Bondoks Badeschlapfen sind bewusst gewählt.