Wurde vor einigen Jahren auf der philippinischen Insel Luzon entdeckt: ein Waran mit zwei Metern Körperlänge, der auf Bäumen lebt (von Zoologen "Varanus bitatawa" getauft). - © ACD/CC
Wurde vor einigen Jahren auf der philippinischen Insel Luzon entdeckt: ein Waran mit zwei Metern Körperlänge, der auf Bäumen lebt (von Zoologen "Varanus bitatawa" getauft). - © ACD/CC

Der Yeti ist kein Schneemensch, sondern ein ganz gewöhnlicher Bär. Mit dieser nüchternen Erkenntnis wurde der Glaube an eine sagenumwobene (Phantasie-) Gestalt kräftig erschüttert. Aber zum Trost bleibt noch das Ungeheuer vom schottischen Loch Ness, dessen (vermeintliche) Existenz schon seit Jahrhunderten für Spekulationen und abenteuerliche Interpretationen Anlass bietet.

Doch auch abseits von Spekulationen über die Existenz von Monstergestalten besteht die berechtigte Hoffnung auf die Entdeckung vieler bisher im Verborgenen lebender Tierarten. Die Kryptozoologie setzt sich zum Ziel, Tierarten aufzuspüren, deren Existenz zwar vermutet wird, aber (noch) nicht nachgewiesen ist. Man kann in einem weiteren Sinn darunter auch alle Bemühungen verstehen, unbekannte Tierarten zu entdecken oder die Existenz von Arten aufzuzeigen, die lange nicht mehr gesehen wurden oder als ausgestorben gelten.

So wurde vor einigen Jahren ein auf der philippinischen Insel Luzon lebender Waran mit zwei Metern Körperlänge beschrieben, der den dortigen Eingeborenen unter der Bezeichnung "Butikaw" bekannt war und von diesen als Nahrungslieferant gejagt wurde.

Kriechtier auf Baum

Das scheue, versteckt auf Bäumen lebende Reptil wurde von Zoologen auf Varanus bitatawa getauft und gilt als eine der vielen heute gefährdeten Tierarten. Die Entdeckung eines baumbewohnenden Kriechtieres dieser Größe darf ohne weiteres als Sensation gelten. An Sensationen hat die gesamte Entdeckungsgeschichte der Tiere generell nicht wenig zu bieten, wobei freilich immer wieder auch die menschliche Phantasie zu ihrem Recht gekommen ist.

Das australische Schnabeltier, mit wissenschaftlichem Namen Ornithorhynchus anatinus (zu Deutsch etwa "entenartiger Vogelschnabel"), ist seiner Merkmalskombination wegen ein sehr seltsames Geschöpf. Das wasserbewohnende Tier mit einer Körperlänge von etwa einem halben Meter ist ein eierlegendes (!) Säugetier mit einem Entenschnabel, einem Biberschwanz und kurzen Beinen mit Schwimmhäuten sowie Ausscheidungs- und Geschlechtsorganen, die zusammen in einer Kloake münden.

Irgendwie handelt es sich hierbei um eine Mischung aus Säugetier, Reptil und Vogel. Eigentlich, so sollte man meinen, dürfte es dieses Tier gar nicht geben. Das dachten zuerst auch Zoologen, als 1798 das erste vollständige Trockenpräparat des Tieres im British Museum ankam.

Man vermutete eine geschickte Fälschung, die mehr oder weniger raffinierte Konstruktion einer Phantasiegestalt. Schließlich musste diese eigenartige, archaische Kreatur doch als echt anerkannt werden. Dass sie aber Eier legt, wurde erst knapp hundert Jahre später geklärt - und gleichzeitig auch für die Ameisen- oder Schnabeligel nachgewiesen, mit denen zusammen das Schnabeltier heute die Säugetierordnung "Kloakentiere" oder Monotremen bildet.