Wie gehen Kinder mit Verlust um? - © getty
Wie gehen Kinder mit Verlust um? - © getty

Kinder und Erwachsene trauern auf verschiedene Art. Erwachsene können sich in vielen Fällen besser selbst helfen oder sind durch die Alltagsanforderungen von ihrer Trauer abgelenkt. Kinder bis zum 7. Lebensjahr erleben Verlust und Tod noch nicht in voller Härte. Sie sind in ihrer Phantasie- und Märchenwelt eingesponnen. Schnell kehren sie zu ihren Spielen zurück. Tränen und Lachen liegen knapp beieinander. Doch bald kommen die Fragen: Was ist der Tod? Wo ist der Opa jetzt? Warum zieht der Papa aus? War ich vielleicht nicht brav genug? Arbeitsstress, fit sein, Erfolg haben – das sind die Motoren des Erwachsenenlebens. Da bleibt keine Zeit für Gespräche, schon gar nicht über Tod oder Trennung. Wie soll man auch kindgerecht darüber reden, wenn man selbst keine Antworten hat? Wenn also Verlust, Trennung und Tod zu Tabuthemen werden, dann reagieren Kinder ganz unterschiedlich. Die einen ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück, verstummen, versagen in der Schule, wollen nicht mehr mit den Freunden spielen, klagen über Bauchweh, sind müde und lustlos, verweigern das Essen. Andere wieder werden wütend, gegen sich selbst und gegen die Erwachsenen. Auf diese Alarmzeichen heißt es reagieren.

Erste Hilfe

Bücher können Antworten und Erklärungen anbieten, auf die die Eltern selbst nie gekommen wären. Bücher trauen sich einfach mehr als Papa und Mama, reden phantasievoll oder mit schrägem Humor über Tabuthemen wie Tod oder Begräbnis. Besonders mutig und einfallsreich sind da die Autoren aus dem Norden. Man erzählt sich ja, dass die Leute aus dem Norden gegen die lichtlose Zeit und die damit einhergehenden Depressionen mit herzhaftem Sarkasmus und bissigem Humor ankämpfen.

Die schwedische Schriftstellerin und Illustratorin Pernilla Stalfelt ist dafür das beste Beispiel. In ihrem Buch "Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod" lotet sie mit Wort und Bild alle Todesarten aus. Die Blume, die Fliege, der Opa, ja selbst das Baby kann sterben. Vielleicht werden sie Vögel oder Engel, die miteinander durch das All fliegen. Aber was ist, wenn man eine Bratwurst wird oder als Skelett durch die Gegend spukt? Karl-Heinz soll gar als Vampir eine Frau gebissen haben. Alles halb so schlimm, denn die Zeichnungen lösen herzliches Gelächter aus. Ja, es darf gelacht werden, finden auch Ulf Nilsson und Eva Eriksson – beide ebenfalls aus Schweden. Aus Langeweile erfinden die mutige Ester und das erzählende kleine Ich die "besten Beerdigungen der Welt".