Im Rahmen Ihres Publizistikstudiums?

Ja, ich hatte in Münster einen Professor, der innerhalb des Faches Publizistik das Fach Feuilletonkunde geprägt hat. Seine Literaturhinweise waren eigentlich das Wichtigste für mich. In meiner Bibliothek ist das ein ganzer Flügel, und damit das einmal nicht im Altpapier landet, habe ich das testamentarisch dem germanistischen Institut der Universität Innsbruck zugeeignet.

Mich hat in Ihrem Buch der Beitrag über den Schriftsteller Ludwig Fels berührt. Aufgrund seiner großen Liebe und Fürsorge für ein Asylantenkind kam er zu dem Schluss "dass es Berauschenderes gibt, als einen halbwegs guten Satz zu schreiben".

Ludwig Fels ist für mich ein Vorbild in Hinblick auf persönliche Caritas. Wie er diesem Kind und auch dessen Mutter auf die Beine geholfen hat, ist wirklich bemerkenswert. Er hat dieses Kind so über alle Maßen geliebt, dass er eine Zeit lang den schriftstellerischen Beruf vernachlässigt hat.

In einem Interview haben Sie auf die Frage, was Sie in Ihrem Leben noch lernen möchten, einmal gemeint: "das Nichtstun".

Ja, das ist immer noch aktuell. Denn natürlich hätte ich einmal einen harten Schnitt machen können und sagen: Jetzt ist Schluss! Aber ich habe es nicht geschafft. Vor allem habe ich mir vorzustellen versucht, wie wäre das in letzter Konsequenz? Wird dir dann nicht doch am Vormittag etwas fehlen? Ob dann nicht eine fürchterliche Leere eintritt? Gut, und so habe ich mich wieder vor die Schreibmaschine gesetzt und meine Arbeit fortgesetzt.