Schlafen kann sie aber auch dann nur mit Tabletten: "Nehme ich ein halbes Pulverl, bin ich um zwei wieder munter. Nehme ich keines, bleibe ich die ganze Nacht wach." "Es kann sein", sagt Gabi leise, "dass die Mama nicht loslassen kann." "Was soll ich denn tun, wenn ich so eine Angst habe?", fragt die Mutter.

Wenn Gabi im Park sitzt und die Leute reden hört, dass sie dahin gehen und dorthin und was sie alles machen, dann denkt sie oft: "Mein Gott, du selbst brauchst für jeden Schmarren jemanden, der mit dir wohin geht! Da hadert man dann schon mit dem Nicht-Sehen." Am schlimmsten aber ist es, wenn die Leute zu ihr sagen: "Sei froh, dass du nicht alles sehen musst." Da möchte sie am liebsten weinen. Oder: "Wenn die Leute nicht ausweichen!", schimpft die Mutter. "Die Rüpeln auf der Straße mit ihrem Handy vor den Augen, die gehen einfach nicht weg!"

Sie ärgert sich über die Leute, die nebeneinander auf den Bänken sitzen und auf ihre Handys starren. Keiner hat mehr ein Auge für seine Umgebung und die Schönheit der Natur. Die Leute haben sich sattgesehen an der Welt, die ihre Tochter Gabi nie sehen konnte.