Sie haben selbst fünf Kinder. Welche Rolle spielt Ihre Behinderung in der Erziehung?

Ich denke schon manchmal, dass es für meine Kinder schwierig ist. Meine Umwelt reagiert auf meine Behinderung - und meine Kinder kriegen diese Reaktion ab. Wenn andere Kinder schauen oder lachen, dann beginnen meine Kinder, mich zu verteidigen. Ich versuche dann, das aufzulösen und sage: Die schauen, weil ich so schön bin. Aber meine älteste Tochter sagt dann natürlich: Nein, die schauen nicht, weil du so schön bist. Dann argumentiere ich: Bei einem Model würden sie wegen dem schönen Körper schauen und bei mir schauen sie halt auch wegen dem Körper. Ich versuche das mit Humor in eine abstrakte Richtung zu lenken. Ich denke, sie werden es überleben. Und ich muss mehr schimpfen, weil ich sie nicht festhalten kann. Zum Beispiel, wenn wir über die Straße gehen. Was wirklich schwierig ist: dass ich sie nicht hochheben kann. Dafür kommen sie mehr zu mir und klettern an mir hoch.

Wieso haben Sie sich für Psychologie entschieden?

Ich hatte zwei Lieblingsfilme: "Wer die Nachtigall stört" mit Gregory Peck als Jurist, groß und im Anzug. Und "Harold und Maude". Und dann habe ich mir gedacht: Ein Jurist braucht ein entsprechendes Auftreten, denn er muss das Recht auch verkaufen können. Und das habe ich nicht mit dem Rollstuhl. Dann habe ich überlegt, wer dasselbe macht - nur mit weniger Geld. (Lacht.) Wenn sich jemand ungerecht behandelt fühlt, geht er zum Anwalt - oder zum Psychologen.