Zu Sommerbeginn ist das Volk am stärksten und besteht aus bis zu 60.000 Bienen, danach geht die Legetätigkeit der Königin zurück und wird bei Temperaturen unter null Grad überhaupt eingestellt. Die im Spätsommer geschlüpften Bienen überwintern gemeinsam mit der Königin. Diese Winterbienen haben eine Lebenszeit von 6 bis 8 Monaten. Sie sitzen im Bienenstock in einer Art Kugel, der Wintertraube, die im Inneren eine Kerntemperatur von rund 21 Grad Celsius hat und ernähren sich von ihren Vorräten. Mit der Wiederaufnahme der Bruttätigkeit erhöhen die Bienen die Temperatur in der Wintertraube auf 35 Grad Celsius, unabhängig von der herrschenden Außentemperatur.

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist in Europa der schlimmste Schädling der Honigbiene. Sie wurde aus Asien eingeschleppt. Sie sitzt auf Bienen und Brut, saugt deren Blut und überträgt gleichzeitig Viren, die das Bienenvolk zusätzlich schwächen. Ab einer gewissen Belastungsschwelle sterben die Bienen daran. Im Gegensatz zur asiatischen Honigbiene hat die europäische keine Abwehrmechanismen gegen die Varroamilbe. Zu ihrer Vermehrung lässt sich das Milbenweibchen mit der Bienenbrut in der Wabenzelle einschließen. Dort legt sie ein männliches Ei und danach wieder Eier, aus denen sich Weibchen entwickeln, die noch in der verdeckelten Brutzelle begattet werden. Aus einer Milbe im Frühjahr entstehen bis zum Sommer über 30 Nachkommen. In Relation Bienen-Milbengröße würde die Varroamilbe - umgelegt auf den Menschen - einer Zecke in Größe eines Suppentellers entsprechen.

Der Imker versucht das Bienenvolk zu führen, er nutzt den natürlichen Schwarmtrieb zur Vermehrung von Bienenvölkern oder versucht ihn durch rechtzeitige Erweiterung zu unterbinden. Er entnimmt einen Teil der Honigernte und ersetzt ihn durch Bienenfutter. Die Varroamilbenbekämpfung ist mittlerweile ein Ganzjahresprogramm geworden. Dazu zählen biotechnische Maßnahmen wie die Brutentnahme, weil die meisten Milben in der Brut (und dort vor allem in der Drohnenbrut) sitzen, oder Wärmebehandlung. Als chemische Maßnahmen sind zugelassene Präparate auf Basis von Ameisen- und Oxalsäure bzw. ätherischen Ölen erlaubt, die allerdings nur nach Abschluss der Honigernte angewendet werden dürfen.