Man redet heute kaum mehr von Weihnachten, ohne von der Verkonsumierung des Festes zu sprechen. . .

Weihnachten ist das einzige Fest in unserer Kultur geblieben, das explizit und kollektiv - im Gegensatz zu den individualisierten Geburtstagen oder anderen Festtagen wie Hochzeiten - mit Schenken assoziiert wird. Obwohl es ökonomisch ein so relevantes Fest ist, kann man nicht sagen, dass der Kapitalismus Weihnachten erzeugt hat. Weihnachten ist deutlich älter als der Kapitalismus und bestimmte Elemente des Fests fließen in den Konsum ein. Es stimmt also nicht - wie viele Theologen, auch Karl Rahner, gern gesagt haben -, dass die Kultur des Konsums den eigentlichen Gehalt des Weihnachtsfestes verdunkelt und verdüstert. Man muss einfach frech genug sein, um zu fragen: Worin besteht denn der eigentliche Gehalt des Weihnachtsfestes? Welche Worte finden wir denn in den heiligen Texten selbst? Und wenn man dort nachliest, kann einem schon ziemlich mulmig werden.