Am Ende eines langen Tages schaufelt sie in ihrer Küche Bratkartoffeln in eine Schüssel. Weg sind die Hackenschuhe, weg das Kostüm, weg die Bürgermeisterin, zumindest äußerlich. Innerlich wird sie ihr Amt nicht los. "Ich bin zu neunzig Prozent meiner Arbeit verpflichtet." Dass sie nicht alle Sorgen ihrer Mitbürger bewältigen kann, kostet viel Kraft - und vor allem Zeit. Die Ehe hat darunter gelitten, auch die Beziehung zu ihren Kindern. "Ich wäre gerne wieder mehr daheim", sagt sie, "aber es gibt niemanden, der den Job übernehmen will."

"Margaret Thatcher", ruft ihr Mann Valentin aus dem Wohnzimmer, nicht nur, um sie zu ärgern. Er leidet unter dem Amt seiner Frau. Dass Badans Beliebtheit in Selemet nicht leidet, beweist ihre vierfache Wiederwahl. Immer wieder gewann sie mit nahezu einhundert Prozent der Stimmen. 2011 trat sie als einzige Kandidatin an. Ihren größten Gegner und Kritiker hatte sie zu Hause. "Da kann nur etwas faul sein", ruft Ehemann Valentin von nebenan und lacht. "Besser wir laden zur nächsten Wahl eine unabhängige Beobachterkommission ein." Hinter der Spüle lächelt die Bürgermeisterin kurz.