• vom 06.12.2011, 11:16 Uhr

Doping

Update: 06.12.2011, 11:20 Uhr

Anwalt spricht von "Akt der Willkür"

Doping: Hoffmann für 6 Jahre gesperrt




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  • Skilanglauf-Olympiasieger wegen Humanplasma-Doping und Besitz einer Blutzentrifuge verurteilt.

Andi Schwab, Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. - © APAweb / Herbert Pfarrhofer

Andi Schwab, Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. © APAweb / Herbert Pfarrhofer

Wien. Der Besuch der Plasmapheresestation Humanplasma und der Mitbesitz einer Blutzentrifuge haben zu einer sechsjährigen Dopingsperre gegen Skilanglauf-Olympiasieger Christian Hoffmann geführt. Das teilte NADA-Chef Andreas Schwab der APA am Dienstag auf Anfrage mit. Hoffmanns Rechtsanwalt Hans-Moritz Pott bezeichnete das am Montag gefällte Urteil als "reinen Akt der Willkür", gegen den er auch auf dem Zivilrechtsweg Einspruch erheben werde.


Schwab betonte, dass das Urteil auf Basis der geltenden Anti-Doping-Gesetze ausgesprochen worden sei. "Die Rechtskommission der NADA hat es als erwiesen angesehen, dass Christian Hoffmann bei Humanplasma gewesen ist und ebenso, dass er Mitbesitzer einer Blutzentrifuge gewesen ist", sagte der Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) zum Urteil gegen den 36-jährigen Staffelweltmeister von 1999, der für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar war.

Die Rechtskommission sei vorliegenden Beweismitteln der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft sowie der Zeugenaussage von Ex-Radprofi Bernhard Kohl gefolgt, erläuterte Schwab. Pott bemängelte hingegen, dass der Schuldspruch ohne die Vorlage von Beweisen erfolgt sei. "Es wurde nicht ein Verstoß unter Beweis gestellt. Das Urteil ist jenseits von Gut und Böse", echauffierte sich der Rechtsanwalt.

Er werde es bei der zuständigen Schiedskommission und falls nötig später auch beim Internationalen Sportgerichtshof anfechten, kündigte Pott an. Auch auf dem Zivilrechtsweg will er weiter gegen die NADA vorgehen. "Wir nützen alles aus, auch wenn die Kosten gigantisch sind", bekräftigte er. Bereits jetzt habe Hoffmann 14.000 Euro an Verfahrenskosten aufgewendet, so Pott.

Für die Anwesenheit bei Humanplasma, wo sich in den Jahren 2003 bis 2006 rund 30 Sportler Blutabnahmen zum Zweck des späteren, mutmaßlichen Dopings unterzogen haben, erhielt Hoffmann zwei Jahre. Die Miteigentümerschaft der Zentrifuge brachte ihm vier Jahre ein. Die Sperre wurde rückwirkend ab Dezember 2009 festgelegt, als die NADA das Verfahren gegen Hoffmann aufgenommen und eine seither aufrechte Suspendierung ausgesprochen hatte.



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Dokument erstellt am 2011-12-06 11:16:42
Letzte Änderung am 2011-12-06 11:20:29


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