• vom 23.02.2012, 23:22 Uhr

Doping

Update: 24.02.2012, 12:09 Uhr

Doping

Erstmals Doping-Kontrollen für Surfer




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  • Imagewandel angestrebt - Drogen sind künftig out
  • Tod von Triple-Weltmeister Andy Irons brachte Funktionäre zum Umdenken.

Weltmeister Kelly Slater hat kein Problem mit den neu eingeführten Doping-Kontrollen für Surfer. - © APAweb/Reuters/Joseba Etxaburu

Weltmeister Kelly Slater hat kein Problem mit den neu eingeführten Doping-Kontrollen für Surfer. © APAweb/Reuters/Joseba Etxaburu

In der am Wochenende beginnenden WM-Saison gibt es bei den Surfern erstmals Dopingkontrollen. Denn die Profiszene peilt einen Imagewandel an. Drogen sind künftig out, fortan müssen sich die weltbesten Wellenreiter regelmäßig auf verbotene Substanzen testen lassen.


Die Liste von Drogenräuschen ist lang und schockierend, aber erst der Tod des dreifachen Weltmeisters Andy Irons im November 2010 brachte die Funktionäre der Profisurfer-Organisation ASP zum Umdenken und Einlenken. Das Jahr 2012 wurde nun zur Saison der Dopingtests ausgerufen.

Dabei will sich der Verband an den Maßstäben der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) ausrichten - und deren komplette Verbotsliste ("Prohibited List") einbeziehen. Erstmals getestet wird von diesem Samstag (Ortszeit) an beim WM-Auftakt in der Küstenstadt Gold Coast im Osten Australiens. Es ist die erste von elf WM-Stationen.

Leistungssteigernde Substanzen stehen ebenso auf der Liste wie allerlei Genussdrogen. "Wir tragen die Botschaft in die Welt, dass das Surfen immer professioneller wird", betonte Surf-Ikone Randy Rarick. Einige Athleten hätten gemurrt, heißt es. Nach außen geben sich aber alle brav.

Kieren Perrow, Surfer und Athletensprecher, unterstreicht die "großartige Botschaft an die Kinder da draußen, für die wir Vorbilder sind". In seinem Steckbrief auf der ASP-Homepage hat der Australier unter dem Stichwort "Inspirationen" die Namen "Kelly" und "Andy" angegeben.

Hinter dem ersten verbirgt sich Kelly Slater: US-amerikanischer Ausnahmesurfer, elfmaliger Weltmeister, Star der Szene. Der andere hieß Andy Irons und ist tot, in den Erinnerungen vieler aber lebt er noch immer. Denn im Surfen geht es stark um Nähe, um Zusammenhalt.

Tod von Andy Irons brachte Szene in Aufruhr

Slater und Irons waren sportlich die größten Rivalen und abseits der Wellen echte Freunde, bis Irons 32-jährig an den Folgen eines Herzinfarkts starb. Bei der Obduktion stellten die Ärzte Spuren eines hoch giftigen Cocktails mit Methadon und Kokain fest. Das Rauschgift hatte Irons Tod stark beschleunigt, wenn nicht verursacht.

Ein Held des bunten Surfermilieus war tot - und eine ganze Szene in Aufruhr. Dabei gehören zumindest leichte Drogen zum Surfsport seit Jahrzehnten zum Alltag. Es gab Surfer, die behaupteten sogar, dass Marihuana das Lungenvolumen vergrößere: Je mehr, desto besser.

In seiner Jugend, berichtete Irons vor Jahren, fing er aus vier Gründen mit dem Surfen an: Weil es als cool galt, wegen der Mädchen, wegen der Partys - und weil sein Vorbild Slater auch surfte. 40-jährig ist der immer noch topfit und strebt WM-Titel Nummer zwölf an. Slater hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er Drogentests befürwortet.




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Doping, Surfen

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Dokument erstellt am 2012-02-23 18:23:20
Letzte Änderung am 2012-02-24 12:09:15


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