• vom 26.04.2016, 19:33 Uhr

Doping


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Freisprüche zweiter Klasse




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  • Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat sich mit seinem Meldonium-Zick-Zack-Kurs in ein Dilemma manövriert.

Wien. (apa/art) Das Meldonium-Dilemma, der nächste Akt: Am Dienstag gab der internationale Gewichtheber-Verband IWF bekannt, auf die Suspendierung von drei Athleten zu verzichten, die positiv auf die verbotene Substanz getestet wurden. Die betroffenen Hripsime Khurshudjan aus Armenien, Ljajsan Machijanowa aus Russland und Krzysztof Szramiak aus Polen seien bis zum Abschluss ihrer individuell zu betrachtenden Fälle auch in der Olympia-Qualifikation weiter startberechtigt, hieß es in einer IWF-Mitteilung.

Weiters teilte der Verband mit, dass man die Anfang April ausgesprochene Suspendierung des zweimaligen Olympia-Zweiten Andrej Rybakow aufgehoben habe. Dem Weißrussen ist - wie weltweit bereits rund 200 anderen Sportlern auch, unter anderem dem russischen Tennisstar Maria Scharapowa - das seit 1. Jänner als Dopingmittel verbotene Medikament nachgewiesen worden. Vor zwei Wochen hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada aber eine umstrittene Teilamnestie für Meldonium-Fälle beschlossen.

Jene Athleten, die vor dem 1. März dieses Jahres positiv getestet wurden und bei denen ein Wert von weniger als einem Mikrogramm der verbotenen Substanz festgestellt worden ist, haben demnach keine Dopingsperren zu befürchten. Auf Basis dieser Entscheidung sind nun schon rund 20 Sportler davongekommen. Zu der Entscheidung war die Wada gelangt, weil angeblich noch zu wenig über die Abbaudauer bekannt sei. So hatten einige Sportler angegeben, sie hätten das Mittel zum letzten Mal im Herbst 2015 eingenommen. Der designierte Wada-Generaldirektor Olivier Niggli sprach vergangene Woche in einem Interview mit der "Gazzetta dello Sport" von "einigen kontroversen Fällen, die der Tatsache geschuldet sind, dass es aus wissenschaftlicher Sicht nicht leicht festzulegen ist, wie lange Spuren im Organismus bleiben". Scharapowa falle seiner Ansicht nach nicht darunter: "Sie hat zugegeben, das Mittel nach 1. Jänner genommen zu haben, außerdem sprechen die Werte bei ihren Tests eine deutliche Sprache." Doch schon die Teilamnestie stieß in Fachkreisen auf Kritik. Der deutsche Anti-Doping-Kämpfer Fritz Sörgel warf der Wada sinngemäß Inkompetenz vor. Ihm zufolge gebe es sehr wohl seit einiger Zeit Untersuchungen, die belegen würden, dass die Substanz je nach Einnahme nur einige Tage im Körper nachweisbar sei. Das Meldonium-Dilemma wirft jedenfalls kurz vor Olympia ein schlechtes Licht auf die Wada - ihr könnten wegen der Suspendierungen auch Schadenersatzklagen der Sportler drohen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-04-26 17:20:07
Letzte Änderung am 2016-04-26 17:24:42


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