• vom 09.05.2017, 16:19 Uhr

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Anti-Doping-Chef legt Leistungsbilanz und übt Kritik




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    Wien. Es ist eine durchaus gemischte Jahresbilanz, die Michael Cepic, Geschäftsführer der heimischen Anti-Doping-Agentur Nada, am Dienstag in Wien präsentiert hat. So gibt es vor allem auf internationaler Ebene im Anti-Doping-Kampf einige Kritikpunkte.

    Zunächst bemängelte Cepic die Anfang 2016 "nicht ganz glückliche Abhandlung" im Zusammenhang mit der Substanz Meldonium - ein Fall betraf beispielsweise Tennis-Ass Maria Sharapowa - und zeigte sich auch mit der verspäteten Lösung der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), bei Meldonium-Fälle Teilamnestien auszusprechen, "nicht zufrieden". Kritik übte Cepic auch an der Vorgehensweise gegen Russland. Nachdem Berichte über Staatsdoping veröffentlicht worden waren, hatte es eine Empfehlung der Wada an das internationale olympische Komitee (IOC) gegeben, die Russen von den Spielen in Rio de Janiero auszuschließen - allerdings konnte sich dieses im Gegensatz zum internationalen paralympischen Komitee nicht dazu durchringen. "Das IOC hat die Verantwortung an die Fachverbände abgegeben, das war definitiv kein zufriedenstellendes Ergebnis. Das war ein sehr starker Verlust an Glaubwürdigkeit", erklärte Cepic.


    "Medaillen nicht per Post"
    Weiterer großer Brocken im abgelaufenen Jahr waren die Nachtests der Sommerspiele 2008 in Peking und 2012 in London, die laut Cepic aus rund 1500 Proben 100 positive Fälle und etwa 60 Medaillen-Aberkennungen gebracht hätten. Geht es nach Cepic, sollte das IOC Sportler, die nachträglich Medaillen erhalten, bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ehren. "Die Medaille per Post zu bekommen, ist nicht der richtige Weg", meinte er.

    In Österreich gingen indes die Doping-Kontrollen von 2057 auf 1987 zurück, schon 2017 will man aber wieder den alten Stand erreichen. Inklusive bestellter Proben diverser Organisationen waren es 2589. Der am häufigsten kontrollierte Verband war der ÖSV mit 291, gefolgt vom ÖFB mit 242 und dem Radsportverband mit 119. Es gab sieben positive Fälle aus Analyseverfahren sowie sechs aus Beweisverfahren.




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    Dokument erstellt am 2017-05-09 16:24:04


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