• vom 15.12.2017, 16:14 Uhr

Doping

Update: 15.12.2017, 16:29 Uhr

Doping

Russischer Etikettenschwindel




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  • Die Welt-Anti-Doping-Agentur präsentierte neue Details, wie Dopingproben reingewaschen worden sein sollen.

Im Zwielicht: Witali Mutko.

Im Zwielicht: Witali Mutko.© Alexander Nemenow/afp Im Zwielicht: Witali Mutko.© Alexander Nemenow/afp

Moskau. (art) Gerade erst hatte das Internationale Olympische Komitee seinen Kopf irgendwie aus der Schlinge gezogen, da zieht diese sich wieder ein Stückchen enger zu. Einige Tage konnte IOC-Chef Thomas Bach es als diplomatischen Erfolg verbuchen, einerseits in der Sanktion gegen Russland wegen des Staatsdoping-Skandals die von vielen geforderte Härte simuliert zu haben; andererseits die Großmacht nicht gänzlich zu vergraulen. Demnach darf zwar kein Team Russland bei den am 9. Februar beginnenden Olympischen Spielen in Pyeongchang starten, einzelne Sportler, die nachweislich nichts mit dem Dopingsystem zu tun hatten, dürfen aber als "Olympische Athleten aus Russland" unter neutraler Flagge starten.

Doch da beginnt erst die Krux: Welche Sportler und wie viele werden es sein, wie lauten die Kriterien, wer eingeladen wird und wer nicht? Verhandlungen darüber sind gerade im Laufen, man kann aber von einem dreistelligen Aufgebot ausgehen.


Doch ausgerechnet jetzt werden neue Vorwürfe laut. Denn bei einem Treffen in Lausanne hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Vertretern der Weltverbände die Auswertung der ihr zugespielten Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor präsentiert und auch die Namen von 300 dopingverdächtigen Russen herausgegeben - laut dem Branchendienst "Insidethegames" dürften sich darunter auch potenzielle Kandidaten für Pyeongchang befinden.

Druck auch auf die Fifa
Die Vorwürfe der Wada gegen das Moskauer Kontrolllabor und die russische Staatsspitze haben es in sich. Demnach habe das Labor verdächtige Dopingproben dem Sportministerium "unter vollständiger Verletzung der Wada-Laborstandards" übermittelt. Das Ministerium habe sie dann laut Wada mit dem Vermerk "safe" oder mit einer "Quarantäne"-Anweisung zurückgeschickt. Bei jenen Proben, die mit "safe" etikettiert waren, habe es weiters die Anweisung gegeben, sie der Wada als negativ zu melden.

Die neuen Enthüllungen erhöhen auch den Druck auf den Weltfußballverband Fifa. Denn erneut gerät dadurch der ehemalige Sportminister Witali Mutko ins Zwielicht, der im kommenden Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft als Organisationschef orchestrieren wird. Die Fifa hatte allerdings schon vorher betont, dass man von einer ungestörten WM ausgehe. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Lange war das auch die Taktik des IOC - bis die Schlinge zu eng wurde.




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Dokument erstellt am 2017-12-15 16:17:15
Letzte Änderung am 2017-12-15 16:29:05


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