• vom 06.07.2018, 16:57 Uhr

Doping

Update: 06.07.2018, 17:26 Uhr

Radsport

Tour-Start mit Misstönen




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  • Chris Froome wurde ein frostiger Empfang bereitet - die Doping-Causa überschattet die 105. Auflage.

105. Tour de France

105. Tour de France© APA 105. Tour de France© APA

Paris. Titelverteidiger Chris Froome ist bei der Teampräsentation der Tour de France ein frostiger Empfang bereitet worden. Der erst vor wenigen Tagen vom Dopingverdacht freigesprochene Brite wurde am Donnerstag bei der Mannschaftsvorstellung in La Roche-sur-Yon von einigen Fans ausgepfiffen und ausgebuht. Der Brite ertrug die teils negativen Reaktionen der Zuschauer stoisch. Am Samstag erfolgt der Auftakt auf der Atlantik-Insel Noirmoutier.

In einem Gastbeitrag in der Tageszeitung "Le Monde" (Freitag) beteuerte der vierfache Tour-Sieger seine Aufrichtigkeit. "Ich war völlig ehrlich, als ich auf dem Podium der Champs-Elysees gesagt habe, dass ich dem gelben Trikot niemals Schande machen werde und dass meine Ergebnisse den Test der Zeit überstehen werden", schrieb der Brite. "Irgendein Rennen durch Lüge zu gewinnen, wäre für mich eine persönliche Niederlage." Der Weltradsportverband UCI hatte am Montag nach einer Prüfung über neun Monate das Verfahren gegen Froome eingestellt. Der Brite wandte sich in seinem Gastbeitrag nun direkt an die Radsportfans und die Tour-Zuschauer in Frankreich. "Ich bin davon überzeugt, dass die Franzosen gerechte Menschen sind", so Froome.


Der deutsche Radprofi John Degenkolb fürchtet, dass der umstrittene Freispruch des Briten die gesamte Tour überschatten und beeinflussen könnte. "Ich habe ein bisschen Bedenken, dass deswegen Nebenkriegsschauplätze entstehen. Das wäre schade - wir haben hier genug Stress", sagte Degenkolb.

Die Affäre um den Sky-Kapitän und deren Ausgang nannte Degenkolb "nicht gerade förderlich für den Radsport". Er plädierte aber für einen fairen Umgang. "Man sollte jetzt einen Schlussstrich ziehen - wir können sowieso nichts mehr ändern. Froome wurde nicht positiv getestet. Das muss man jetzt akzeptieren", sagte Degenkolb, der hofft, dass die Causa Froome "jetzt nicht weiter die Hauptrolle" spielt. Sein Landsmann Tony Martin kritisierte indes die UCI für den Umgang mit der Salbutamol-Affäre. "Es ist eine Schande für den Sport allgemein. Absolut unverständlich, dass so etwas möglich ist. Wieso gibt es in solchen Fällen keine Schutzsperre für den betroffenen Athleten und eine Frist, in der er sich erklären muss?", sagte der 33-Jährige im Interview in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag).

Vor seinem zehnten Start bei der am Samstag beginnenden Frankreich-Rundfahrt äußerte Martin die Hoffnung, dass der Fall des britischen Titelverteidigers zum Anlass genommen wird, die Regeln zu ändern. "Und darüber hinaus sollte es von der UCI eine Begründung zur Entscheidung geben oder zumindest eine nachvollziehbare Erklärung, warum es diese Begründung nicht gibt", sagte Martin.

Rot-weiß-rote Edelhelfer
Mit dabei bei der 105. Auflage der Frankreich-Rundfahrt ist heuer ein rot-weiß-rotes Trio: Michael Gogl, Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger. Sie alle haben für ihre Chefs vor allem die Rolle vom Domestiken zu erfüllen.

Der Oberösterreicher Gogl wird beim zweiten Frankreich-Einsatz im Trek-Trikot vor allem den Niederländer Bauke Mollema auf dessen Weg zu einem angepeilten Spitzenplatz unterstützen. Mühlberger und Pöstlberger sollen sich bei ihrem Debüt in der wichtigsten Rundfahrt der Welt im Bora-Team in den Dienst von Rafal Majka in den Bergen beziehungsweise von Weltmeister Peter Sagan stellen. Doch alle drei könnten auf einzelnen Etappen auch selbst eine Chance bekommen.

"Die Mythen um die Tour sind Respekt einflößend, aber ich bin bereit, die letzten Wochen waren vielversprechend", betonte Pöstlberger. Seine Qualitäten wird er bei den erwarteten Windkanten an den ersten Tagen an der Küste und auch auf dem Kopfsteinpflaster der neunten Etappe nach Roubaix zur Geltung bringen. Auch Gogl rechnet sich abseits seiner Helferrolle Chancen auf Etappenspitzenplätze aus: "Es ist mein Glück, dass ich auf jedem Terrain Stärken habe", meinte Gogl selbstbewusst. Auch bei der Präsentation von Trek wurde auf die mögliche Chance Gogls in einer Ausreißergruppe hingewiesen.




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Radsport, Tour de France

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-06 17:04:48
Letzte Änderung am 2018-07-06 17:26:53


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