Lionel Messi fehlt noch ein Sieg, um sich mit Argentinien den Traum vom WM-Titel zu erfüllen. Angeführt vom Superstar gewannen die Südamerikaner am Dienstag das erste Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar gegen Kroatien mit 3:0 (2:0). Argentinien spielt am Sonntag (16.00 Uhr) im Finale gegen den Sieger des Mittwoch-Halbfinales zwischen Titelverteidiger Frankreich und der Marokko um den dritten WM-Titel nach 1978 und 1986 und die Krönung des aktuellen Superstars.

Das argentinische Sturm-Duo Messi und Julián Álvarez nahm die bisher so stabilen Kroaten vor fast 89.000 Zuschauern im Lusail Stadium auseinander. Messi, der mit seinem 25. WM-Spiel den Rekord von Lothar Matthäus einstellte, brachte sein Team mit einem Foul-Elfmeter (34.) in Führung. Fünf Minuten später vollendete Álvarez, der den Strafstoß herausgeholt hatte, ein Solo aus der eigenen Hälfte zum 2:0 (39.). Der 22-Jährige sorgte nach toller Messi-Vorarbeit auch für den Endstand (69.). Argentinien hat damit auch sein sechstes WM-Halbfinale gewonnen, für Kroatien, vor vier Jahren Vize-Weltmeister, geht es am Samstag (16.00) nur noch um Platz drei.

Defensiver Start

Argentiniens Teamchef Lionel Scaloni schickte eine defensivere Elf als zuletzt aufs Feld. Im 4-4-2-System stürmte vor einem lauf-und zweikampfstarken Vierer-Mittelfeld nur Álvarez an der Seite von Messi. Die Kroaten liefen mit der gleichen Anfangsformation wie beim überraschenden Viertelfinal-Erfolg gegen Brasilien auf.

Eine halbe Stunde tat sich wenig, weil beide Mannschaften zunächst defensiv dicht machten. Kroatien hatte etwas mehr Ballbesitz, Argentinien gab durch Enzo Fernandez den ersten Torschuss ab (25.). Fast aus dem Nichts ergab sich für Argentinien die erste große Chance, die letztlich auch die Führung brachte. Álvarez war durch und lupfte den Ball über Torhüter Dominik Livakovic, der den Stürmer danach niederstieß.

Messi trat zum Strafstoß an und ließ den bisher so starken Elfmeterkiller Livakovic keine Chance. Es war bereits der vierte Elfmeter-Treffer des 35-Jährigen in diesem Turnier bei fünf Versuchen. Mit seinem fünften Tor in Katar schloss er auch zu Kylian Mbappe an der Spitze der Torschützenliste auf und ist mit insgesamt elf WM-Treffern die alleinige Nummer eins von Argentinien.

Der Mann für die besonderen Momente hatte auch beim 2:0 seine Füße im Spiel. Nach einem Eckball der Kroaten ging es wieder ganz schnell. Über Messi kam der Ball zu Álvarez, der aus der eigenen Hälfte unwiderstehlich loszog, im Strafraum einiges Ballglück hatte und auf 2:0 stellte. Bei einem Kopfball von Alexis Mac Allister verhinderte Livakovic gar den dritten Gegentreffer in der ersten Halbzeit (42.).

Kroatien brachte Argentinien nie in Bedrängnis

Kroatiens Teamchef Dalic reagierte in der Pause und brachte mit Mislav Orsic und Nikola Vlasic und kurz darauf Bruno Petkovic drei neue Spieler. Das brachte zunächst etwas Schwung ins Offensivspiel, Argentinien kam aber nie wirklich in Bedrängnis. Messi hatte das 3:0 auf dem Fuß, diesmal blieb aber Livakovic Sieger (58.).

Ein Lovren-Kopfball (62.) war die einzige Chance der Kroaten, vielleicht doch noch zurückzukommen. Kurz darauf machte Álvarez den Sack endgültig zu. Messi war von den Kroaten wieder einmal nicht vom Ball zu trennen, seine Auflage verwertete der Jungstürmer von Manchester City problemlos. (apa)