• vom 09.11.2018, 16:41 Uhr

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  • Dortmund vs. Bayern: Fällt am Samstag die Münchner Liga-Dominanz?

Schwarz-gelbes Erfolgsduo: Marco Reus (r.) und Jadon Sancho. - © dpa/Sax

Schwarz-gelbes Erfolgsduo: Marco Reus (r.) und Jadon Sancho. © dpa/Sax

Wien. (may) Prophetie, Untergangslust oder nur schlichtweg Taktik? Richtig deuten können es die deutschen Fußballexperten jedenfalls nicht, was Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Vorfeld des deutschen Clásico - Borussia Dortmund gegen Bayern München - am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) da von sich gegeben hat. Denn statt dem protzigen bayrischen Selbstverständnis à la "Mia san mia" gab es nach den jüngsten (durchwachsenen) Leistungen ziemlich bescheidene, um nicht zu sagen: wenig selbstbewusste Töne. "Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter", meinte Hoeneß, der überdies bekundete "in zwei, drei Jahren" seinen Posten an der Spitze des erfolgreichsten deutschen Fußballklubs endgültig zu räumen. Auch der Nachsatz des 66-Jährigen unterschied sich merklich von den Sprüchen früherer Tage: "Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, ich will einen Dreier einfahren. Natürlich wollen wir die Meisterschaft immer gerne haben, aber wenn es nicht so ist, wird der FC Bayern nicht untergehen."

Tatsächlich könnte die 11. Runde der laufenden Meisterschaft so etwas wie einen Wendepunkt in der jüngsten deutschen Liga-Geschichte markieren: Gewinnt der Tabellenführer, reißt er ein Loch von bereits sieben Punkten zwischen ihn und den Rekordmeister - mehr als ein Menetekel für den "Stern des Südens", der seit 2013 alle Meistertitel überlegen geholt und so zwangsläufig für Fußball fad gesorgt hat. Diese Dominanz, die die nunmehr in die Jahre gekommene Erfolgself ausgestrahlt hat, könnte nun wieder von den Schwarz-Gelben - letzter nicht-bayrischer Meister anno 2011 und 2012 - durchbrochen werden.


"Wir genießen die Situation"
Die Borussen haben den angerichteten Braten freilich längst gerochen und lassen sich auf das Favorit-oder-Außenseiter-Spielchen gar nicht erst ein: "Es ist doch unerheblich, was vor einem Spiel gesagt wird. Es ist auch egal, wer als Favorit ins Spiel geht", merkte BVB-Manager Michael Zorc trocken an. Und Titelträume seien zum jetzigen Zeitpunkt ohnedies verfemt. "Wir genießen unsere Situation. Entscheidend ist aber doch die Strecke über 34 Spieltage." Auch Dortmunds Trainer Lucien Favre, ohnehin kein Freund lauter Töne, konzentrierte sich vor dem Schlager auf die simpelsten Fußballfloskeln. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wir müssen clever angreifen, pressen und sehr intelligent verteidigen", erklärte der Schweizer Coach der noch ungeschlagenen BVB-Elf.

Bleibt zu hoffen, dass auf dem Spielfeld dann mehr Emotionen zu Tage befördert werden. Faktum ist, dass der Angriffswirbel der Borussen das derzeit beste Offensivspiel der Liga bietet - Paco Alcácer, Marco Reus, Jadon Sancho und Co. haben bereits 30 Mal getroffen; demgegenüber agieren Robert Lewandowski, Thomas Müller, Franck Ribery und Konsorten - wie zuletzt in der Champions League gegen AEK Athen zu sehen - zu langsam, zu umständlich und letztlich zu erfolglos. Bleibt die Hoffnung auf die Tradition - oder wie es Bayern-Coach Niko Kovac nennt: "Der FC Bayern ist in solchen Spielen ganz groß. Ich bin überzeugt, dass wir unseren Mann stehen."

Deutsche Bundesliga, 11. Runde

Samstag:
Hoffenheim - Augsburg15.30 Uhr
Bremen - Mönchengladbach15.30 Uhr
Freiburg - Mainz15.30 Uhr
Düsseldorf - Hertha15.30 Uhr
Nürnberg - Stuttgart15.30 Uhr
Dortmund - Bayern18.30 Uhr
Sonntag:
Leipzig - Leverkusen15.30 Uhr
Frankfurt - Schalke18.00 Uhr




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Fußball, Deutsche Bundesliga

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Dokument erstellt am 2018-11-09 16:52:16


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