Zagreb. Kroatien hat Besserung gelobt. Vor zwei Monaten rannte der Vizeweltmeister in der Nations League in ein Debakel - 0:6 in Spanien just im ersten Pflichtspiel nach dem WM-Finale und also dem größten Erfolg in der Geschichte des kroatischen Fußball. Am Donnerstag wollen die Feurigen nun den Spieß umdrehen und mit einem vollen Erfolg die immer noch aufrechte Chance auf den Gruppensieg wahren. Die Iberer indes würden mit einem Sieg in Zagreb als Aufsteiger ins Nations-League-Final-Four im Juni 2019 feststehen. Darauf hofft freilich auch noch England.

Kroatien glänzte nach den WM-Erfolgen in Russland nicht unbedingt. Neben dem halben Dutzend Gegentreffer in Spanien gab es in der Nations League noch ein 0:0 zu Hause im Geisterspiel gegen England. Nach den Teamrücktritten von Torhüter Danijel Subasić, Stürmer Mario Mandžukić und Verteidiger Ivan Corluka versucht Trainer Zlatko Dalić derzeit, die Mannschaft zu verjüngen. Ein Akteur, auf den gebaut werden soll, ist beispielsweise der nun für Marseille spielende Ex-Salzburger Duje Caleta-Car.

Kroatien hat sein Schicksal in der Gruppe 4 der Liga A selbst in der Hand. Bei zwei Siegen darf der WM-Finalist zum Finalturnier der Nations League. Nach Spanien wartet am Sonntag noch das Auswärtsspiel in England. Die Briten könnten es ihrerseits bei einem Punkteverlust der Spanier noch auf Rang eins schaffen. "Mit zwei Siegen sind wir Erster. Ich glaube daran", sagte Dalić. Er wisse aber, dass es diesbezüglich viele Zweifler gebe. Der bisher in dieser Saison bei Real Madrid unterdurchschnittlich agierende Weltfußballer Luka Modrić soll sich gegen Spanien verbessert zeigen. "Nach so einem Jahr kann er nicht konstant in Hochform agieren. Aber ich würde niemals an ihm zweifeln", betonte Dalić. Er wiederholte gegenüber der Tageszeitung "Jutarnji List", dass die EM-Endrunde 2020 das übergeordnete Ziel darstelle. Gegen Spanien ist dennoch Revanche angesagt. "Es war ein Debakel, wir müssen uns rehabilitieren", forderte Dalić.

Allem Optimismus des 52-Jährigen zum Trotz droht Kroatien auch der Abstieg. Spanien kann dieses Schicksal nicht mehr treffen. Für das Spiel in Zagreb sowie den Test gegen Bosnien-Herzegowina am Sonntag berief Trainer Luis Enrique wieder Jordi Alba vom FC Barcelona ein. Der Linksverteidiger wusste bei den Katalanen in dieser Saison zu überzeugen. Dortmunds Torjäger Paco Alcácer wurde nicht berücksichtigt, dafür nominierte Enrique auch neue Gesichter wie Villarreals Spielgestalter Pablo Fornals. Am Stil der Roja soll sich freilich nichts ändern. "Wir werden dieselbe Philosophie weiterverfolgen, guten Fußball zu zeigen, den Gegner früh unter Druck zu setzen, aber auch kompakt zu stehen", betonte Enrique. Das 2:3 im Heimspiel gegen England soll vergessen gemacht werden, auch wenn Kroatien einen "großen Test" darstellen werde. "Sie werden nach dem Hinspiel versuchen, uns zu überrumpeln."

Deutschland kämpft um versöhnliches Ende


Indes hofft Deutschlands Nationalteam darauf, ein ziemlich enttäuschendes Fußball-Jahr zumindest versöhnlich zu beenden. Die Mannschaft von Teamchef Joachim Löw hat am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in Leipzig in einem Test WM-Viertelfinalist Russland zu Gast und will sich dabei Selbstvertrauen für den Nations-League-Gruppenabschluss am Montag (20.45 Uhr) in Gelsenkirchen gegen die Niederlande holen. Dabei geht es für die Deutschen aber nur noch um den Klassenerhalt, wenn die Oranjes am Freitag in Rotterdam nicht gegen Leader und Weltmeister Frankreich gewinnen. Bei einem niederländischen Erfolg wäre der Abstieg der DFB-Auswahl in die LigaB schon vorzeitig besiegelt.

"Wir wissen, dass wir in diesem Jahr keinen begeisternden Fußball gespielt und schlechte Ergebnisse abgeliefert haben. Wir wollen einen gelungenen Jahresabschluss und zurück in die Erfolgsspur", erklärte Löw. Zwei Siege wären für ihn ein "schöner Abschluss". "Ich glaube, das würde uns guttun." Ein deutscher Sieg gegen die Russen ist aber alles andere als eine Selbstverständlichkeit, 2018 konnten von elf Länderspielen nur drei gewonnen werden. Daneben gab es gleich sechs Niederlagen, darunter das 1:2 gegen Österreich in Klagenfurt, und zwei Remis - zuletzt setzte es ein 1:2 in Frankreich.

Internationale Testspiele, Donnerstag

Iran - Trinidad & Tobago15.30 Uhr
Polen - Tschechien18.00 Uhr
Israel - Guatemala19.15 Uhr
Irland - Nordirland20.45 Uhr
Deutschland - Russland20.45 Uhr/RTL
England - USA21.00 Uhr
Peru - Ecuador2.30 Uhr