Uefa-Boss Aleksander Ceferin mit dem Nations-League-Pokal, der am 9. Juni 2019 vergeben wird. - © Uefa
Uefa-Boss Aleksander Ceferin mit dem Nations-League-Pokal, der am 9. Juni 2019 vergeben wird. - © Uefa

Wien. Für Uefa-Präsident Aleksander Ceferin ist die Sache nun klar: "Die Nations League ist erfolgreicher, als die Uefa vorher gedacht hat." Womit schon viel über den im September gestarteten neuen Bewerb gesagt ist, über den anfangs selbst Fußball-Insider brüten mussten, um den Modus zu verstehen - der sich dann aber aufgrund toller Matches in die Herzen vieler Fans gespielt hat. Nach Ende der Gruppenphase fällt das Resümee daher durchwegs positiv aus.

Die Sieger: Die Niederlande, Schweiz, England und Portugal kämpfen von 5. bis 9. Juni 2019 in Portugal um den ersten Nations-League-Titel. Der Sieger (nach Semifinale, kleinem und großem Finale) sichert sich nicht nur 7,5Millionen Euro Preisgeld, sondern auch den zweitwichtigsten Pokal (nach der EM) im europäischen Nationenfußball. Vor allem in den drei erstgenannten Ländern ist mangels Titel die Euphorie nach den durchaus überraschenden Gruppensiegen der
A-Liga besonders groß.

Viele Tore. Vor allem in den vier Dreiergruppen der obersten Kategorie gab es packende Duelle, spannende Aufholjagden und viele, viele Tore: Deren 72 in 24 Spielen ergibt einen Torschnitt von exakt 3 pro Match. Zum Vergleich: Bei der WM 2018 waren es 2,64, bei der Euro 2016 nur 2,12 gewesne. Ein Impuls für den europäischen Fußball nach den von vielen als niveaulos kritisierten Titelkämpfen in Frankreich ist also unübersehbar.

Die Ab- und Aufsteiger. Nicht in der A-Liga mithalten konnten die sieglos gebliebenen Polen und Isländer (die zudem zwei Debakel erlitten). Auch das vormals große Deutschland blieb ohne vollen Punkteerfolg, fiel aber in der hochkarätigen Gruppe mit Frankreich und den Niederlanden zumindest nicht ab. Und Vizeweltmeister Kroatien war sogar im Entscheidungsmatch gegen England 20 Minuten lang Gruppensieger - ehe die 1:2-Niederlage den Abstieg besiegelte. Ersetzt werden diese vier Teams durch die B-Sieger Bosnien, Dänemark, Schweden und die Ukraine. Die nächste Auflage soll im Herbst nach der EM 2020 stattfinden, dabei dürften auch Tickets für die Katar-WM 2022 vergeben werden. Fix ist das aber noch nicht.

Die Vielleicht-Gewinner. Bei der ersten Nations-League-Auflage werden ja noch vier Startplätze für die Kontinental-EM in zwei Jahren vergeben. Der Modus könnte freilich komplizierter nicht sein: Zunächst findet am 2.Dezember in Dublin die reguläre Auslosung der zehn EM-Qualifikationsgruppen (zu fünf oder sechs Mannschaften) statt. Österreich befindet sich - so wie die A-Absteiger Deutschland und Island - in Lostopf zwei.