Pasching. Vor dem Auswärtsspiel gegen Rapid (Sonntag, 17 Uhr) liegt der Lask vier Spiele vor der Winterpause auf dem zweiten Platz und ist damit erster Verfolger der überlegenen Salzburger. Der Erfolg der Oberösterreicher ist eng mit Oliver Glasner verbunden. Seit 2015 ist der 44-Jährige, der als Verteidiger 566 Spiele für die SV Ried machte, beim Lask Trainer und Sportdirektor.

Nach dem Aufstieg 2017 erreichte sein Team im ersten Jahr einen Europa-League-Startplatz. Im Interview erklärt Glasner, wie sich der Verein positioniert hat, warum er jetzt schon die für 2022 geplante Stadioneröffnung herbeisehnt und der Erfolg des Lask auch mit Frühstückskultur zu tun hat.

"Wiener Zeitung": Kann sich der Lask als Nummer zwei im Land etablieren?

Oliver Glasner: Ich sehe uns noch in der Konsolidierungsphase. Es geht nicht darum, ein paar Mal nach oben auszuschlagen und dann wieder fünf Jahre in der Versenkung zu verschwinden. Nach dem Aufstieg war das Ziel, den Lask wieder salonfähig zu machen. Im ersten Jahr waren wir mit der Europa-League-Teilnahme schon über den eigenen Ansprüchen.

Was braucht es, damit man sich oben halten kann?

Red Bull Salzburg steht natürlich klar über den anderen. Dann gibt es mit Rapid, Austria und Sturm drei Teams, die den österreichischen Fußball seit zwanzig Jahren prägen. Finanziell können wir den Anschluss an diese drei Vereine erst mit dem Einzug in ein neues Stadion schaffen.

Ihre Mannschaft spielt seit dem Aufstieg konstant erfolgreich. Warum gab es keine Anpassungsschwierigkeiten?

Wir haben einen sehr guten Schnitt von rund zwei Punkten pro Spiel. Das hält schon das ganze Kalenderjahr 2018 an. Das zweite Viertel war aber in jedem Jahr das schwächste. Unsere Erkenntnis ist, dass neue Spieler in eine Phase kommen, in der sie das Neue noch nicht können und das Alte verlernt haben. Es ist wie im Golf, wenn dir der Trainer den Griff umstellt. Dann kannst du den alten Schwung nicht mehr und den neuen auch noch nicht.

Trotzdem liegt der Lask auf dem zweiten Platz. Worauf führen Sie den Erfolg zurück?

Entscheidend ist die Kontinuität. Wir haben fünf Spieler in der Stammelf, die mit uns den Aufstieg geschafft haben. Mit Goiginger, Schlager und João Victor haben wir drei weitere Stammspieler, die aus der zweiten Liga zu uns gekommen sind. Die Spieler müssen nicht mehr nachdenken, was sie wann machen sollen. Es ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Wir setzen im Training viel auf Antizipation und peripheres Sehen. Die Spieler sollen eine Lösung im Kopf haben, bevor sie den Ball bekommen.