Dublin. Österreichs Nationalmannschaft hofft bei der Auslosung am Sonntag (12 Uhr/ORFeins) in Dublin auf eine machbare Qualifikationsgruppe für die Teilnahme an der Euro 2020. Die Chancen dafür sind durchaus gegeben: Das ÖFB-Team wird aus Topf zwei gezogen und kann daher nur auf ein wirklich großes Kaliber treffen. Zuletzt - sowohl für die Euro 2016 als auch die WM 2018 - war die Glücksfee der Nationalelf hold.

Einen Gegner bekommen David Alaba und Co. entweder aus Topf eins oder dem Nations-League-Sieger-Topf zugeschanzt, und dabei könnte es sich um einen äußerst prominenten Kontrahenten wie etwa Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal, WM-Finalist Kroatien oder die WM-Semifinalisten Belgien und England handeln. Allerdings wäre auch ein Duell mit den nicht ganz so starken Polen möglich.

Definitiv kein Kräftemessen wird es mit Deutschland geben, weil die Truppe von Joachim Löw in den zweiten Topf abgerutscht ist. Auch der ÖFB-Nations-League-Rivale Bosnien-Herzegowina oder die WM-Viertelfinalisten Schweden und Russland fallen als mögliche Gegner weg.

Dafür drohen aus Topf drei äußert unangenehme Teams wie Serbien, die Slowakei, die Türkei, Irland oder die von Andreas Herzog betreuten Israelis. Auch Topf vier kann mit kniffligen Gegnern wie etwa Ungarn, Rumänien oder Griechenland aufwarten.

ÖFB-Teamchef Franco Foda blickt der Auslosung relativ gelassen entgegen. "Ich reise entspannt nach Dublin und lasse mich inspirieren und überraschen, in welche Gruppe wir gelost werden. Man kann es ohnehin nicht beeinflussen, also werden wir die Situation entsprechend annehmen."

Fünfer- oder Sechsergruppe

Insgesamt 55 Nationalverbände kämpfen um die 24 Tickets für das paneuropäische Turnier, das vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf Ländern ausgetragen wird. Die Teams werden für die Qualifikation in je fünf Sechser- und Fünfer-Gruppen gelost. Die jeweiligen beiden Top-Mannschaften haben ihren Startplatz für die EM fix, die restlichen vier Tickets werden über die Nations-League-Play-offs vergeben.

Sollte Österreich in einer Sechser-Gruppe landen, würde es 2019 bei den Doppelspielterminen im März, Juni, September, Oktober und November ausschließlich Qualifikationspartien geben. Bei einer Zuteilung in einen der Fünferpools, denen die Nations-League-Gruppensieger Schweiz, Portugal, Niederlande und England als jeweiliger Gruppenkopf angehören, stünden zusätzlich zwei Testmatches an. Fix ist schon jetzt, dass das Prozedere der Auslosung so kompliziert wie noch nie wird. Da keines der Ausrichterländer Aserbaidschan, Dänemark, Deutschland, England, Ungarn, Italien, Niederlande, Irland, Rumänien, Russland, Schottland und Spanien seinen EM-Platz sicher hat, dürfen pro Gruppe nur maximal zwei Teams aus dem Kreis der Gastgeber aufscheinen, damit jeder Veranstalter-Verband zumindest die theoretische Chance auf eine Teilnahme hat.

Außerdem hat die Uefa Estland, Färöer, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen, Russland, Ukraine und Weißrussland als "Austragungsorte mit hohem oder mittlerem Risiko bezüglich schwerwiegender Winterverhältnisse" eingestuft. Daher dürfen nur maximal zwei dieser Mannschaften einer Gruppe angehören. Weiters dürfen die Färöer, Finnland und Island im März und November keine Heimspiele austragen. Zudem achtet die Uefa darauf, allzu lange Auswärtsfahrten zu begrenzen. Dadurch können zum Beispiel Schottland gemeinsam mit Frankreich nicht mit Kasachstan oder Israel gemeinsam mit Armenien nicht mit Island in eine Gruppe kommen. Für Österreich wird diese Regional-Beschränkung im Gegensatz zu 19 anderen Nationen nicht schlagend. Aus politischen Gründen untersagt sind zudem die Paarungen Spanien-Gibraltar, Aserbaidschan-Armenien, Bosnien-Herzegowina-Kosovo, Kosovo-Serbien und Russland-Ukraine.