• vom 03.12.2018, 16:43 Uhr

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Traumlos mit Schattenseiten




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Von Christian Mayr

  • EM-Qualifikation: Eine machbare Gruppe, aber ein ungünstiger Spielplan für die ÖFB-Auswahl.


© M. Hirsch © M. Hirsch

Wien. Die Qualifikation für die Fußball-EM 2020 wird zum erweiterten Familientreffen: Israel (mit ÖFB-Rekordspieler Andreas Herzog, Tormannlegende Klaus Lindenberger sowie Ex-ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner im Betreuerteam) ist ebenso Gegner der Österreicher wie das vom Ex-Bundesliga-Spieler Jerzy Brzęczek gecoachte Polen (Brzęczek spielte 2002/03 bei Sturm sogar unter ÖFB-Teamchef Franco Foda). Dazu gesellt sich als nominell viertstärkstes Team Österreichs südlicher Nachbar Slowenien, das nunmehr wieder vom früheren GAK- und Spittal-Kicker Matjaž Kek betreut wird. Mazedonien und Lettland komplettieren die wohl auf dem Papier leichteste Qualifikationsgruppe G. Doch das vielfach abgefeierte Traumlos auf dem Weg zu den paneuropäischen Titelkämpfen - die besten Zwei sind fix dabei - hat auch durchaus seine Schattenseiten.

Der Spielplan: Etwas Ernüchterung kehrte bei der ÖFB-Delegation am späten Sonntagabend nach der Auslosung in Dublin ein, als nämlich der Spielplan publiziert wurde. Der Auftaktgegner Polen am 21. März in Wien ist gewiss nicht ideal, zumal das Match an einem Donnerstag stattfindet. Da bleibt nach dem Zusammentreffen am Montag kaum substanzielle Zeit zur Vorbereitung. Und die Teamspieler werden sich dann vier Monate nicht gesehen haben. Dass gleich drei Tage später das wohl unangenehmste Auswärtsmatch in Israel ansteht, ist sicher auch unvorteilhaft. Die Nationalelf ist also gleich voll gefordert und braucht zwingend Punkte, um nicht früh ins Hintertreffen zu geraten.


Erst zum Abschluss warten nacheinander die kleineren Kaliber: Gegen Slowenien, Mazedonien und Lettland sollte die Qualifikation im Spätherbst unter Dach und Fach gebracht werden.

Die Erwartungshaltung: Genau diese nun besungene "leichte Gruppe" könnte die in Österreich oft unmäßig hohe Erwartungshaltung wieder in die Höhe schnellen lassen und zum Hemmschuh werden. Zumal es ein Traumlos auch schon bei der jüngsten WM-Qualifikation gab - unter anderem mit Wales (Topf 1), Serbien (Topf 3) und Irland (Topf 4). Doch am Ende gab es statt den erhofften Gruppensieg nur Rang vier. Damals war die ÖFB-Auswahl nach dem EM-Desaster allerdings noch merklich angeschlagen, nunmehr hat sie sich wieder konsolidiert, allerdings ohne in Pflichtspielen zu glänzen. Dennoch: Wann, wenn nicht jetzt, sollten es die am Zenit ihrer Karriere befindlichen Stars wie David Alaba, Marko Arnautovic und Co. sonst zu einer Endrunde schaffen? Mit diesem Druck des heimlichen Gruppenfavoriten heißt es aber auch erst umzugehen lernen.

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Fußball, EM-Qualifikation

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Dokument erstellt am 2018-12-03 16:55:38


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