Mattersburg. Die Austria hat nach zwei Siegen in Folge in der Fußball-Bundesliga eine ernüchternde Niederlage kassiert. Bei Mattersburg mussten die Wiener am Sonntag trotz 1:0-Pausenführung noch eine 1:2-Niederlage hinnehmen. In der Tabelle verpasste eine schwache Austria damit die Chance, im Rennen um die Meistergruppe einen wichtigen Schritt zu machen. Nächsten Sonntag wartet das Wiener Derby gegen Rapid.

Bright Edomwonyi brachte die Gäste kurz vor dem Pausenpfiff (43.) in Führung. Marko Kvasina (54.) mit seinem fünften Saisontor und der eingewechselte Martin Pusic (84.) besorgten für nach Seitenwechsel verbesserte Mattersburger aber noch die Wende. Für die Burgenländer war es der erste Dreier nach fünf sieglosen Runden in Serie.

Holpriger Rasen und Wind

Im Pappelstadion bot sich den Zuschauern zunächst eine Partie, die von holprigen Rasenverhältnissen und starkem Wind mitgeprägt war. Die Mannschaften konnten kaum spielerische Akzente setzen und produzierten viele Fehlpässe. Die Offensivbemühungen der Austria blieben Stückwerk. Mattersburg stand in der Abwehr sicher, Nadelstiche nach vorne konnten die Burgenländer jedoch keine setzen. Der Aufreger der ersten halben Stunde war ein Abschluss von Patrick Salomon, der das Tor aus spitzem Winkel aber deutlich verfehlte (24.).

Bei der Austria fehlte der erkrankte Dominik Prokop, im Angriff setzte Trainer Thomas Letsch auf seine zuletzt bewährte Formation. Alon Turgeman saß nach fast dreimonatiger Verletzungspause auf der Bank. Die erste Torchance der Wiener ließ lange auf sich warten und sollte erst kurz vor der Pause kommen - dann aber mit Erfolg. Edomwonyi fand in einer Aktion Raum vor sich vor, ließ Mattersburgs Kapitän Nedeljko Malic stehen und traf durch die Beine von Markus Kuster.

Mattersburger drängen nach vorne und werden belohnt

Die Mattersburger verloren in der ersten Spielhälfte Florian Hart, der am Knie verletzt für Alois Höller Platz machte. Die Elf von Klaus Schmidt verstärkte nach Seitenwechsel ihre Bemühungen nach vorne und wurde belohnt. Dem Ausgleich nahe waren die Hausherren schon, als Michael Madl mit einem Abwehrversuch die eigene Latte traf (51.). Drei Minuten später setzte sich der ehemalige Austrianer Kvasina bei einem Eckball gegen Uros Matic durch und köpfelte aus kurzer Distanz ein.

Die Austria wachte erst nach dem Gegentor ein wenig auf. Wirklich gefährlich wurden die Violetten nicht. Beflügelt durch den Treffer lancierte Mattersburg über die Flanken immer wieder gefährliche Vorstöße und setzte auf die Vorteile in der Luft. Salomon kam in der 71. Minute zwölf Meter vor dem Tor völlig frei an den Ball, zögerte aber zu lange. Schmidt reagierte und brachte mit Patrick Bürger und Pusic frische Kräfte im Angriff. Ein Schachzug, der sich bezahlt machte: Nach einer Flanke von rechts köpfelte Bürger Pusic an, das 2:1 war perfekt. Die Austria, bei der Turgeman noch ins Spiel kam, konnte nicht mehr reagieren.

Rapid unf Sturm spielen Remis

Rapid Wien und Sturm Graz haben sich am Sonntag 0:0 getrennt. Sturm gab im dritten Spiel unter Neo-Trainer Roman Mählich erstmals Punkte ab, behauptete aber Tabellenrang sechs. Rapid ist weiter Achter. Drei Punkte fehlen den Hütteldorfern fünf Runden vor Ende des Grunddurchganges auf die Top sechs, die in die Meisterrunde einziehen.

17.700 Zuschauer waren zu Rapids Generalprobe für das entscheidende Europa-League-Heimspiel am Donnerstag gegen die Glasgow Rangers gekommen. Trainer Dietmar Kühbauer setzte im Sturmzentrum auf den schnellen Philipp Schobesberger. Andrei Ivan und Deni Alar kamen erst in der Schlussviertelstunde ins Spiel.

Schon nach einer halben Stunde musste Rapid-Routinier Mario Sonnleitner wegen einer Muskelverletzung in der Innenverteidigung durch Mateo Barac ersetzt werden. Bei Sturm kehrte Regisseur Peter Zulj nach seiner Gelbsperre zurück, Ex-Nationalstürmer Philipp Hosiner stand erstmals nach seiner Rückkehr nach Österreich nicht im Kader.

Wenig Höhepunkte vor der Pause

Das Prestigeduell bot zwar Tempo und Intensität, war vor der Pause aber arm an Höhepunkten. Beide Teams versuchten es bei Ballgewinn mit schnellem Umschaltspiel. Sturm stand in der Abwehr zumeist tief, überließ Rapid das Spiel. Die Hütteldorfer vermochten damit auf holprigem Rasen aber lange nichts anzufangen. Ein Schuss von Thomas Murg ging klar am langen Eck vorbei (20.), ein Versuch von Christoph Knasmüllner klar drüber (35.).

Für den ersten Aufreger sorgte der bei Rapid links in der Offensive aufgebotene Boli Bolingoli, der von Sandi Lovric an der Strafraumgrenze unsanft gestoppt wurde. Es gab aber weder Freistoß noch Elfmeter (28.). Auf der Gegenseite hatte Richard Strebinger mit einem Volley von Stefan Hierländer keine Mühe (33.). Bei einem Lochpass von Hierländer auf Emeka Eze reagierte der Rapid-Keeper aufmerksam (45.).

Nach Seitenwechsel fand jedes Team eine Großchance vor: Zulj schoss nach starker Vorarbeit des Ex-Rapidlers Thomas Schrammel aus guter Position an die Stange. Den Nachschuss von Hierländer blockte Stephan Auer (63.). Für Rapid kam Mert Müldür nach einer Freistoßflanke von Murg an den Ball, seinen Schuss klärte Hierländer gerade noch vor der Linie (71.).

Rapid verunsichert

Rapid wirkte verunsichert, Sturm wurde aktiver, verzichtete aber auf das letzte Risiko. Den Hausherren fiel auch nach der Einwechslung von Alar und Ivan in der Offensive wenig ein. Die Wiener haben mittlerweile sieben Pflichtspiele in Folge nicht gegen Sturm gewonnen. Ein 1:0-Heimsieg im Mai 2017 bleibt der einzige volle Erfolg in den vergangenen zehn Ligaduellen der beiden Großclubs.

Mit lediglich 16 erzielten Treffern ist Rapid diesbezüglich Liga-Schlusslicht. Sturm dagegen schloss an den unter Mählich bisher praktizierten Ergebnisfußball an. In vier Spielen seit der Ablöse von Ex-Coach Heiko Vogel haben die Grazer kein Gegentor erhalten. Fünf Runden sind sie nun ungeschlagen.