Wien. Bei Rapid wird Tradition in dieser Spielzeit großgeschrieben. In der Bundesliga liefern die Hütteldorfer mit schöner Regelmäßigkeit enttäuschende Leistungen ab, im Europacup hingegen läuft es nach Wunsch - so auch am Donnerstag, als mit einem 1:0-Heimsieg über die Glasgow Rangers der Aufstieg ins Sechzehntelfinale der Europa League fixiert wurde.

Der Erfolg bedeutet für Rapid einen Motivationsschub vor dem Derby am Sonntag bei der Austria und vor allem eine gern gesehene zusätzliche Finanzspritze. Bisher haben die Wiener in dieser Saison allein aus Uefa-Prämien 6,1 Millionen Euro kassiert, dazu kommen Einnahmen aus dem Marktpool und den Heimspielen. Zumindest eine weitere internationale Partie im Allianz-Stadion steht im kommenden Jahr noch an, und wenn es nach Stefan Schwab geht, dann sollte der Gegner, der am Montag in Nyon ermittelt wird (12 Uhr), lieber nicht aus Spanien kommen. Mit zwei Mannschaften aus dem Land des Weltmeisters von 2010 - Valencia und Villarreal - machte man zuletzt schmerzhafte Erfahrungen.

Dabei wären für das Sechzehntelfinale durchaus machbare Gegner mit dabei, wie zum Beispiel Dinamo Zagreb, Genk oder Zenit St. Petersburg. Interessant, vor allem aufgrund der Austria-Connection, wären auch Leverkusen (mit Alexandar Dragovic, Julian Baumgartlinger, Ramazan Özcan) oder Eintracht Frankfurt mit Coach Adi Hütter. Rapids Matchwinner Dejan Ljubicic beispielsweise hat einen Wunschgegner aus der englischen Premier League. "Chelsea, weil ich sehr gerne gegen Mateo Kovačić spielen würde", sagte der Torschütze gegen Glasgow. Keine Meinung hat hingegen Coach Didi Kühbauer: "Der Gegner ist egal, es wird sowieso noch schwieriger. Wer jetzt kommt, ist eine Draufgabe. Trotzdem werden wir versuchen, uns auch da gut zu präsentieren." Ebenfalls gut präsentierten sich übrigens die Fans beider Lager am Donnerstag in Wien - trotz der über 10.000 Rangers-Anhänger blieben laut Polizei ernste Zwischenfälle aus. "Es kam zu keinen polizeilich relevanten Vorfällen. Auch die detaillierte Einsatzplanung rund um den Zu- beziehunsweise Abstrom aller Besucher verlief reibungslos", berichtete die Exekutive am Freitag.

Englische Wochen im Februar


Vor dem Derby war also noch einmal alles eitel Wonne bei den Rapidlern, auf die gleich zum Jahresauftakt englische Wochen warten: Los geht es am 14. Februar mit dem Europacup-Hinspiel, drei Tage später ist das Cup-Viertelfinale gegen Hartberg angesetzt, vier Tage danach steigt das Sechzehntelfinal-Rückspiel und anschließend, am 24. Februar, das Heimmatch gegen Salzburg.

Der aktuelle Serienmeister wiederum hat im abschließenden Europacup-Spiel des historischen Jahres 2018 noch einmal Selbstvertrauen getankt. Das eindrucksvolle 2:1 am Donnerstag bei Celtic Glasgow, der sechste Sieg im sechsten Europa-League-Gruppenspiel, lässt Österreichs Fußball-Meister von einem ähnlichen Erfolgslauf wie in der vergangenen Saison träumen, als erst im Halbfinale des Bewerbes Endstation war. Die prominentesten von insgesamt 14 möglichen Gegnern im Sechzehntelfinale sind Lazio Rom und Angstgegner Malmö FF. Gegen die Italiener hatten sich die Salzburger im Frühjahr im Viertelfinale immerhin durchgesetzt. "Gut ist, dass wir das erste Spiel auswärts haben. Das ist sicher ein kleiner Vorteil", meinte Sportdirektor Christoph Freund.