Wien. Zwei 6:1-Schützenfeste von der Austria gegen Rapid beziehungsweise Altach gegen Hartberg, zum Drüberstreuen ein 5:1 des alten und nach allen Regeln der Fußball-Logik neuen Meisters Salzburg über St. Pölten: Die 18. und letzte Runde der tipico-Bundesliga vor der Winterpause barg einiges an Zündstoff.

Dafür, dass das nicht nur im übertragenen Wortsinn gilt, sorgten zunächst Rapid-Fans, die am Sonntagnachmittag auf dem Weg zur Generali-Arena unter anderem pyrotechnische Gegenstände auf die Südosttangente warfen, sowie der darauffolgende Großeinsatz der Polizei, bei dem die Identität von 1338 Personen festgestellt wurde. Laut Angaben der "Rechtshilfe Rapid" wurden die Menschen bis zu sieben Stunden lang eingekesselt.

Während nun drastische Maßnahmen seitens Rapid gegen die Unruhestifter unter den Fans gefordert werden, sieht sich die Exekutive ebenfalls mit Kritik konfrontiert. Rapid-Präsident Michael Krammer sprach von einem "skandalösen Vorgehen", die "Rechtshilfe Rapid", die sich als "Solidargemeinschaft von Fans für Fans des SK Rapid" versteht, prangerte Unverhältnismäßigkeit an und kündigte eine Maßnahmenbeschwerde an.

Der Einsatz endete mit zwei Anzeigen. Laut Polizei gab es eine Anzeige wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und eine verwaltungsrechtliche Festnahme. Zahlreiche pyrotechnische Gegenstände seien sichergestellt worden, wofür Krammer auch die Fans kritisierte: "Egal ob ein Gegenstand oder mehrere, so eine Aktion ist natürlich ohne Wenn und Aber zu verurteilen."

Wiens Landespräsident Gerhard Pürstl hatte sich noch am Sonntag in einer Aussendung zu Wort gemeldet. "Gewalt hat auch beim Fußball nichts verloren. Die Wiener Polizei ist dieser entschieden entgegengetreten", wurde Pürstl zitiert. Er wünscht sich nun, dass der Verein "gegen alle gewaltbereiten Fans, soweit sie ihm bekannt sind, konsequent, auch mit Stadionverboten, vorgeht". Krammer stimmte dem zwar entschieden zu, lehnt den "Generalverdacht" gegenüber den Fans, die am Marsch teilgenommen hatten, aber ab.