Nyon. Rapid Wien hat in der ersten K.o.-Runde der Europa League einen ganz Großen vergangener Tage erwischt und im Sechzehntelfinale gegen den italienischen Spitzenklub Inter Mailand einen schweren Gang vor sich. Das ergab die Auslosung am Montag in Nyon. Rapid tritt als Gruppenzweiter am 14. Februar zuerst zu Hause an, das Rückspiel folgt eine Woche später im 80.000 Zuschauer fassenden San Siro.

"Die Italiener sind freilich klarer Favorit, wir können nur überraschen und sollten die Herausforderung mit Freude annehmen", meinte Rapid-Coach Dietmar Kühbauer in einer Aussendung. Inter war ja in der Champions League hinter Pool-Sieger Barcelona und Tottenham Hotspur als Gruppendritter ausgeschieden und in die Europa League umgestiegen. Von einem schweren Los wollte Kühbauer aber dennoch nicht sprechen. "Uns steht eine schöne Aufgabe bevor, wir treffen auf einen ganz großen Verein, der auch aktuell eine hervorragende Mannschaft stellt", sagte er über den Liga-Vierten der Vorsaison, der derzeit in der Serie A 14 Punkte hinter Leader Juventus Turin auf Rang drei liegt. Für Kapitän Stefan Schwab wiederum erfüllt sich mit der Reise nach Mailand "ein Kindheitstraum". "Ein Kräftemessen mit Inter Mailand ist natürlich eine sehr große Sache, ein tolles Los für uns und unsere Fans." Den Grund für seine Euphorie lieferte der Italien-Fan prompt nach: "Das Stadion San Siro, heute nach Giuseppe Meazza benannt, ist eine Fußballkathedrale."

Allerdings liegen die sportlich erfolgreichsten Tage von Inter bereits einige Zeit zurück. 2010 gewann der Klub unter Trainer José Mourinho die Champions League, der letzte der insgesamt 18 nationalen Meistertitel liegt ebenfalls acht Jahre zurück. Von 2006 bis 2010 durften sich die Nerrazurri Serienmeister nennen. Zwischen Rapid und Inter gab es bereits zwei Kräftemessen, 1990 endete das Erstrunden-Duell des späteren Pokalsiegers im Uefa-Cup mit Grün-Weiß mit einem Aufstieg nach Verlängerung. Inter drehte den 2:1-Heimsieg von Rapid im Rückspiel noch um. Jürgen Klinsmann entschied das Spiel mit seinem Treffer zum 3:1-Endstand zugunsten der Mailänder.

Günstiger erwischt hat es dagegen wohl Red Bull Salzburg. Der Serienmeister trifft auf den belgischen Meister Brügge. "Das ist ein spannendes Los, mit einem Gegner, auf den ich mich freue. Der belgische Meister hat eine Mannschaft, die gut organisiert ist und über viel Tempo verfügt. Das zeigen auch die Ergebnisse aus der Champions League", sagte Coach Marco Rose. Das Hinspiel steigt auch hier am 14. Februar.

Champions-League-Schlager zwischen Bayern und Liverpool


In der Königsklasse wiederum hat die Achtelfinal-Auslosung in Nyon einen großen Schlager gebracht: ÖFB-Star David Alaba trifft mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München auf Englands Tabellenführer Liverpool, der in der Vorsaison erst im Endspiel an Real Madrid gescheitert war. Das Hinspiel findet Mitte Februar in Liverpool statt, das Retourmatch drei Wochen später in München. "Das ist ein Brocken, aber darauf freut man sich als Spieler. Liverpool ist die Mannschaft der Stunde. Sie sind Tabellenführer, spielen guten Fußball, sehr körperbetont, geben Gas", meinte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidžić zum Duell mit dem Klub des deutschen Kulttrainers Jürgen Klopp, der in der Meisterschaft nach 17 Runden mit 14 Siegen und drei Remis noch ungeschlagen ist.

Die weiteren Top-Paarungen in der Runde der letzten 16 lauten Atlético Madrid gegen Italiens Serienmeister Juventus Turin sowie Englands Rekordchampion Manchester United gegen Ligue-1-Krösus Paris Saint-Germain.