Wien. (rel) Die Nachricht schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe. Wie der TV-Sportsender Sky am Mittwoch berichtete, hat der Weltfußballverband Fifa den heimischen Bundesligisten SKN St. Pölten mit einer sofortigen Transfersperre für den laufenden Winter belegt. Auslöser soll demnach ein Rechtsstreit des früheren Angreifers Alhassane Keita mit dessen zypriotischen Ex-Klub Ermis Aradippou sein, genau genommen hätte der Transferdeal so nie abgeschlossen werden dürfen: Laut Sky soll der Stürmer aus Guinea zum Zeitpunkt des Wechsels nach Niederösterreich einen aufrechten Vertrag mit Ermis gehabt haben, weswegen die Zyprioten bei der Fifa klagten. Bei der Einvernahme des Spielers habe dieser den SKN schwer belastet, wodurch die Fifa die sofortige Transfersperre verhängt haben soll, heißt es. Offenbar gab Keita an, er sei unmittelbar vor dem Wechsel von den Niederösterreichern unter Druck gesetzt worden, eine Unterschrift zu fälschen, um ablösefrei zu sein.

Dem widersprach am Mittwoch SKN-Manager Andreas Blumauer. "Das ist überhaupt nicht wahr." Die Verantwortlichen in St. Pölten würden sich "völlig zu Unrecht in diesen Rechtsfall verwickelt" sehen und kündigten an, mit rechtlichen Schritten gegen das Urteil vorgehen zu wollen. "Dieses Urteil der Fifa ist für uns völlig unverständlich und trifft uns hart. Wir werden alles tun, um diese Situation zu bereinigen und die Sache restlos aufzuklären", sagte Blumauer. Keita ist schon seit vergangenem Jänner nicht mehr in St. Pölten aktiv. Sein Vertrag wurde nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Mitspieler Daniel Segovia einvernehmlich aufgelöst.

Während St. Pölten vorerst mit der Fifa-Sperre leben muss, ist bei der Konkurrenz das Transferkarussell fleißig im Gang. So hat etwa die Austria mit dem 19-jährigen Sterling Yateke aus der Zentralafrikanischen Republik langfristig einen neuen Mittelstürmer unter Vertrag genommen. Bei Rapid Wien lässt das geplante Engagement von Maurides Roque Junior (ZSKA Sofia) vorerst noch auf sich warten. Gleich zwei Spieler ziehen lassen hat Red Bull Salzburg: Wie der Meister, allerdings ohne Details zu nennen, am Mittwoch bekannt gab, wechselt Hannes Wolf im Sommer zu RB Leipzig. Der 19-jährige Steirer absolvierte bisher 72 Einsätze für die Salzburger und brachte es dabei auf 17 Tore und 18 Assists. Keine Angaben zu den Ablösemodalitäten gab es auch im zweiten Transferfall Munas Dabbur, der ab kommender Saison für den FC Sevilla spielt. Der Stürmer absolvierte 110 Pflichtspiele für Salzburg und brachte es auf 55 Tore und 21 Assists.

Wechsel von Boateng, Balotelli

International sorgte kürzlich der Wechsel des wegen seines "exzentrischen Charakters" berüchtigten deutsch-ghanaischen Kickers Kevin-Prince Boateng (US Sassuolo) zu Barça für Erstaunen. Einen neuen Arbeitgeber hat auch der italienische Nizza-Legionär Mario Balotelli gefunden. Er kickt ab sofort für Olympique Marseille.