Unter Jürgen Klopp als Trainer fühlt sich Liverpools Xherdan Shaqiri sichtlich wohl. - © Reuters/Phil Noble
Unter Jürgen Klopp als Trainer fühlt sich Liverpools Xherdan Shaqiri sichtlich wohl. - © Reuters/Phil Noble

Liverpool. (art) Vergessen sind die Zeiten, in denen sie in München nicht mehr mit ihm planten, die Tage, an denen er wegen stärkster Konkurrenz und nach Verletzungen immer wieder auf der Bank schmoren musste, oder auch die nur marginal gerechtfertigten Vorhaltungen, die Leistungsexplosion, die sich viele von ihm nach dem Durchbruch mit dem FC Basel erhofft hatten, wäre ausgeblieben: Vor dem Achtelfinal-Hinspiel des FC Liverpool in der Champions League gegen den FC Bayern am Dienstag (21 Uhr) hat der Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri nur positive Worte für seinen Ex-Verein übrig. "Ich habe großartige Erinnerungen, die ich nie vergessen werde. Es war ein unglaubliches Gefühl, so viele Titel mit dem FC Bayern zu gewinnen", sagt der 27-jährige Offensivspieler über seine Zeit bei den Münchnern, die von 2012 bis Jänner 2015 währte - und ihm neben nationaler Titel den Champions-League-Triumph 2013 sowie den Erfolg bei der Klub-WM im selben Jahr einbrachte.

Über den Umweg Inter und Stoke City ist Shaqiri nach dem Abstieg in der Vorsaison nun beim FC Liverpool gelandet, wo er zwar nicht unumstrittener Stammspieler seines deutschen Trainers Jürgen Klopp ist, aber unverzichtbarer Back-up. Den Rückhalt gibt er an Klopp gerne zurück. Er sei nicht nur wegen seiner fachlichen, sondern auch seiner menschlichen Qualitäten ein Erfolgsfaktor für die Reds, meinte Shaqiri jüngst in einem Sport-1-Interview. Sein eigener Wert für den Meisterschafts-Aspiranten, der momentan in der Premier League bei Punktegleichstand mit einem Spiel weniger auf Platz zwei hinter Manchester City liegt, schlägt sich indessen auch in den Statistiken nieder. Das International Centre for Sports Studies weist ihn von allen Sommereinkäufen der großen fünf Ligen auf Platz drei jener Spieler auf, die ihren Marktwert seit ihrer Verpflichtung am meisten in die Höhe schrauben konnten. Hatte Liverpool für ihn im Sommer noch umgerechnet 14,7 Millionen Euro an Stoke überwiesen, wird sein aktueller Wert auf 55 Millionen Euro taxiert.

Auch wenn das vielleicht ein bisschen hoch gegriffen sein mag - die Wahrheit liegt ohnehin auf dem Rasen. Und dort ist die Favoritenrolle alles andere als ausgemacht. Shaqiri will sie lieber den Bayern, "eine der besten Mannschaften der Welt", zukommen lassen, sieht sein Team, das im Vorjahr immerhin ins Finale kam aber keineswegs aussichtslos. "Ich glaube, wir können sehr weit kommen", sagt er. So oder so sei die Vorfreude auf das Treffen mit "meinen alten Kollegen" etwas, auf das er sich ungeachtet der Herausforderung besonders freue. "Es werden interessante Spiele, weil beide Mannschaften attackieren und offensiv spielen", glaubt Shaqiri, der selbst auch gerne seinen Beitrag leisten würde. Letztlich sei es ihm egal, wer und wo die Tore erziele. "Aber gegen Bayern wäre es doppelt speziell."