Salzburg/Mailand. Trägt das rot-weiß-rote Europacup-Schreckgespenst Schwarz und Blau? In den Hinspielen des Europa-League-Sechzehntelfinales kassierte sowohl Serienmeister Salzburg beim blau-schwarz-gestreiften belgischen Meister FC Brügge eine Niederlage wie auch Rekordmeister Rapid zuhause gegen die Nerazzurri von Inter Mailand. Am Donnerstag benötigen somit beide Teams Siege und damit Tore, um weiter im Bewerb zu bleiben.

Schauplatz Salzburg: Nach dem 1:2 in Brügge steht die Red-Bull-Elf, die im Vorjahr sensationell ins Halbfinale marschiert war, gehörig unter Druck. Im Heimrückspiel (18.55 Uhr/Dazn) braucht man zumindest einen Treffer und einen 1:0-Erfolg, um den Aufstieg ins Achtelfinale zu fixieren. "Wir werden aufs Gaspedal steigen", gelobte Coach Marco Rose. Er muss dabei aber auf Stürmer Fredrik Gulbrandsen und Innenverteidiger Andre Ramalho verzichten - der eine ist verletzt, der andere gesperrt. Rose, der in Brügge seine erste Pflichtspielniederlage in der laufenden Saison hinnehmen hatte müssen, erwartete ein "K.o.-Duell auf hohem Niveau" und hoffte auf eine nahezu ausverkaufte Bullen-Arena. "Wir haben alle Chance vor vollem Haus. Die Mannschaft muss ihre Energie auf die Fans übertragen", stellte der Deutsche klar. Zupass käme seiner Truppe zudem, dass man diesmal keinen Kaltstart hinlegen muss. "Wir sind eine Woche weiter, haben mehr Spiele in den Beinen."

Eines will man sich wohl nicht noch einmal erlauben: Dass man von Brügge nach einer aus eigener Sicht durchaus gelungenen ersten Hälfte samt 1:0-Führung erdrückt wird. Da diktierten die Belgier ob ihrer physischen Stärke das Geschehen und belohnten sich mit zwei Treffern. Daher gilt für Rose: "An einem richtig guten Tag erledigen wir diese Aufgaben."

Schauplatz Mailand. Mit einem 0:1-Rückstand im Gepäck und damit deutlich geringeren Aufstiegschancen trat Rapid die Reise ins Giuseppe-Meazza-Stadion an, um dort am Donnerstagabend (21 Uhr/Puls 4) die "Restchance zu nutzen", wie Coach Dietmar Kühbauer erklärte.

Rapid steht freilich mit dem Rücken zur Wand, da Lautaro Martinez im Hinspiel im Allianz-Stadion einen umstrittenen Elfmeter (39.) verwertete. Der Sieg der Gäste war aufgrund der starken ersten Hälfte verdient. "Wir haben gesehen, dass sie eine sehr gute Mannschaft sind. Unsere Chancen sind nicht größer geworden, trotzdem werden wir nicht hinfahren und sagen: ‚Wir wollen nur das San Siro sehen, die Stimmung mitnehmen und ein Spiel mehr haben‘", meinte Kühbauer.

Deshalb wird auch auf das Sonntag-Ligaspiel gegen Salzburg, das im Kampf um einen Meisterrunde-Startplatz unbedingt gewonnen werden muss, keine Rücksicht genommen. "Wir spielen so, dass wir eine Chance haben, das Unmögliche möglich zu machen." Gelingen soll dies gegen Inter (weiter ohne Mauro Icardi) mit "kontrollierter Offensive": "Wir können nicht mit offenem Visier spielen. Eine normale Leistung wird nicht reichen, weil die Truppe von Inter einfach zu gut ist, ohne dass ich sie glorifiziere und sage, dass sie unglaublich ist", verlautete Kühbauer.

Europa League, Sechzehntelfinale:

Donnerstag:
Salzburg - FC Brügge 18.55 Uhr/HS: 1:2
Inter - Rapid Wien 21.00 Uhr/HS: 1:0

Champions League, Achtelfinale:
Liverpool - Bayern 0:0
Lyon - FC Barcelona 0:0

Mittwoch (nach Red.schluss):
Schalke 04 - Manchester City
Atlético Madrid - Juventus Turin