Salzburgs Marco Rose gratuliert Goalie Alexander Walke, dessen Kasten gegen Brügge sauber blieb. - © apa/Krugfoto
Salzburgs Marco Rose gratuliert Goalie Alexander Walke, dessen Kasten gegen Brügge sauber blieb. - © apa/Krugfoto

Salzburg. (rel) Während bei Rapid Wien am Freitag wohl die Augen noch zwecks Analyse des desaströsen 0:4 gegen Inter Mailand auf den Videoschirm gerichtet waren, drückten Fans, Betreuer und Spieler von Red Bull Salzburg ihrem Klub (via Dazn-Übertragung) fest die Daumen. Wobei, viel gebracht hat alle Hoffnung, mit wem es der Serienmeister im Achtelfinale der Europa League zu tun bekommen würde, nicht. Trifft doch Salzburg auf einen absoluten Spitzenklub - den Tabellenzweiten der italienischen Serie A, SSC Napoli. Das ergab die Auslosung der zweiten K.o.-Runde Freitagmittag im eidgenössischen Nyon. Die Salzburger treten demnach gegen Italiens Vizemeister am 7. März auswärts an. Das Rückspiel folgt am 14. März zu Hause in Salzburg.

Zu Schadenfreude, etwa im Lager von Rapid, gibt es aber keinen Anlass, ist doch selbst ein großer Klub wie Napoli durchaus stemmbar. Vor allem für die Salzburger, die sich nicht nur nach dem 4:0-Triumph im jüngsten Europacup-Rückspiel gegen Brügge international rehabilitiert, sondern auch im Vorjahr Lazio Rom ausgeschaltet haben. Die Mannschaft präsentierte sich stark, lieferte laut Trainer Marco Rose eine "bärenstarke Leistung" ab. "Das war ein überragendes Spiel für uns, ein historisches Spiel", meinte auch Stefan Lainer. Damit war das 1:2 in Belgien mehr als ausgebügelt, "nach dem Spiel in Brügge hat es schon einige Kritiken gegeben. Die haben wir eindeutig widerlegt", betonte Lainer. "Wir waren unglaublich fokussiert."

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Diesen Fokus gilt es nun beizubehalten - nicht nur mit Blick auf SSC Napoli, sondern vor allem auf die kommende Bundesliga-Runde am Sonntagnachmittag (17 Uhr/ www.A1now.tv). Dass der Gegner hier Rapid heißt, macht die Partie im Allianz-Stadion zu einem echten Schlager, nicht nur wegen der Klasse der beteiligen Klubs, sondern auch den ungewissen Konsequenzen, die vor allem den Grün-Weißen daraus erwachsen könnten. Zweifellos ist der Druck, der hier auf Coach Didi Kühbauer und Co. nach der 0:4-Niederlage gegen Inter Mailand samt Europacup-Ausscheiden lastet, gehörig. Dass die Wiener, die aktuell in der Tabelle nur den achten Rang belegen, für das Erreichen der Meistergruppe dringend Punkte benötigen, kommt da noch erschwerend hinzu. Kühbauer weiß, auch wenn man vor kurzem Hartberg im Cup 5:2 eliminiert hat, freilich um die Umstände. In diesem Licht ist auch sein erster Kommentar nach der Watsche in Mailand zu sehen: "Wir haben am Sonntag ein wichtiges Spiel gegen Salzburg. Das Spiel gegen Inter müssen wir abhaken und nach vorne schauen."

"Ich glaube, die Konstellation kennt jeder. Ich glaube, dass Rapid die nächsten vier Spiele sehr erfolgreich bestreiten will und muss, um noch in die Play-offs zu kommen", sagte auch Rose, betonte aber, dass der Druck nicht nur bei den Wienern liege. "Beide Vereine haben hohe Ansprüche. Unsere Tabellenkonstellation ist ein bisschen komfortabler. Aber was wir wissen, ist, dass wir uns nicht ausruhen können." Ein Spiel bei Rapid sei schließlich immer etwas Spezielles. Dreimal in Serie haben die Salzburger zuletzt in Hütteldorf gewonnen, achtmal haben sie hier gegen Rapid nicht verloren.

Fixplatz in der Königsklasse?

Eine gute Nachricht gab es indessen für die Gesamt-Bundesliga. So haben sich Österreichs Chancen auf einen Fixplatz in der Fußball-Champions-League-Gruppenphase deutlich erhöht. Durch den 4:0-Sieg von Salzburg im über Club Brügge überholte die heimische Liga die Niederlande und liegt damit in der für die Vergabe der Europacup-Startplätze maßgeblichen Uefa-Fünfjahreswertung an der elften Stelle.