Madrid. Mit den Spielen Dortmund gegen Tottenham und Real gegen Ajax wird es am Dienstag ernst im Kampf um die Tickets für das Champions-League-Viertelfinale. Während die Borussia gegen die Engländer auf eine Sensation hoffen muss, scheinen die Rollen auch beim Auftritt des spanischen Titelverteidigers gegen die Niederländer klar verteilt zu sein. Doch Vorsicht ist geboten.

Für Dortmund könnte der Zeitpunkt besser sein: Just in einer Phase, in der man ins Straucheln geraten ist, müssen die Deutschen (21 Uhr) zu Hause eine ordentliche Aufholjagd hinlegen. Nach dem 0:3 bei Tottenham im Hinspiel droht das Aus. Dennoch werden Durchhalteparolen bemüht: "Wir sind in der Lage, das Unmögliche zu schaffen. Die ganze Mannschaft glaubt daran", sagt Kapitän Marco Reus. Ähnlich äußert sich Trainer Lucien Favre. "Es ist schwer, alles ist möglich. Aber wir müssen sehr, sehr clever spielen", erklärt der Schweizer.

Seiner Mannschaft gelang in den vergangenen sieben Spielen allerdings nur ein Sieg, in der Bundesliga verspielte man den Neun-Punkte-Vorsprung auf Verfolger FC Bayern. Im jüngsten Liga-Match mussten sich die Dortmunder am Freitag dem Tabellen-15. Augsburg mit 1:2 geschlagen geben. Hadern wollen sie mit der Situation aber nicht. "Wir befinden uns noch immer in einer Ausgangsposition, die okay ist. Es ist wichtig, weiter positiv zu bleiben. Wenn wir wieder mehr unsere Mentalität zeigen, kommen wir da auch raus", meint Reus.

Gegen Tottenham bietet sich dem BVB die Gelegenheit, den Umschwung herbeizuführen. Mit einem Weiterkommen von Gelb-Schwarz rechnet kaum mehr jemand, der Druck auf das junge, unerfahrene Team ist überschaubar. In der aktuellen Verfassung wird es mit dem ersten Sieg in der Königsklasse gegen die Spurs allerdings auch ohne Druck schwierig. Besonders, da die Stürmer bei den Londonern Harry Kane oder Son Heung-min heißen - und gegen Dortmund gerne treffen. In drei Spielen gegen Dortmund haben beide je drei Tore erzielt. Die Gastgeber dürfen sich immerhin an die jüngere Historie klammern: Im Europa-League-Achtelfinale 2016 gelang im Hinspiel im Ruhrpott gegen Tottenham ein 3:0.

Die zweite Dienstag-Partie der Königsklasse steigt in Madrid. Real gilt nach dem 2:1 bei Ajax Amsterdam auch ohne den gesperrten Kapitän Sergio Ramos als Favorit, auch wenn man im Hinspiel phasenweise fast an die Wand gespielt wurde. "Wir stehen vor einem sehr gefährlichen Spiel. Der Gegner hat nichts zu verlieren. Es werden sehr komplizierte 90 Minuten", sagt Weltfußballer Luka Modrić. Der Kroate will gar nicht verhehlen, dass man den zu Juventus Turin abgewanderten Superstar Cristiano Ronaldo, der mit seiner Mannschaft nächste Woche gegen das Aus kämpft, schmerzlich vermisse. "Der Verein wollte, dass andere Spieler für ihn einspringen, aufgeteilt zwischen den Stürmern. Das ist nicht einfach", räumt Modrić ein. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit dem Portugiesen traf Real zwischen 2009 und 2018 in der Liga im Schnitt bis zur 26. Runde 70,5 Mal. Ohne ihn hat Real diese Saison nur 43 Tore auf dem Konto.

Das erstmalige Achtelfinal-Aus seit neun Jahren kann sich Real-Coach Santiago Solari jedenfalls nicht leisten. Es wäre die negative Krönung einer Horrorwoche. Innerhalb von drei Tagen musste Real seine Titelambitionen in zwei von drei Wettkämpfen begraben - und dies jeweils nach Heimniederlagen gegen den Erzrivalen aus Barcelona. Erst mussten sich die Madrider im Cup von den Katalanen mit 0:3 demütigen lassen, obwohl sie die Partie lange dominierten. Dann folgte ein 0:1 in der Meisterschaft, das Reals Rückstand auf den Führenden FC Barcelona auf zwölf Punkte anwachsen ließ. Nun soll es für Real die Champions League wieder richten - zuletzt hat es dort schließlich dreimal in Folge mit dem Titelgewinn geklappt.

Champions League, Achtelfinal-Rückspiele:

Dienstag:

Dortmund - Tottenham 21 Uhr/HS: 0:3
Real Madrid - Ajax21 Uhr/HS: 2:1

Mittwoch:
PSG - Manchester United21 Uhr/HS: 2:0
FC Porto - AS Roma21 Uhr/HS: 1:2